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Private Equity & Beteiligungen

Blackstone im Porträt

Blackstone ist eine börsennotierte Investmentgesellschaft aus New York, die Kapital von Pensionsfonds, Versicherern, Staatsfonds und zunehmend auch vermögenden Privatkunden in Immobilien, Unternehmensbeteiligungen, Kredite und Infrastruktur lenkt. Mit 1,35 Billionen US-Dollar verwaltetem Vermögen zur Jahresmitte 2026 gehört das Haus zu den größten Anbietern alternativer Anlagen. In Deutschland ist Blackstone seit mehr als zwei Jahrzehnten aktiv, zuletzt mit Plänen für ein Rechenzentrum in Westfalen.

Das Unternehmen im Überblick

Peter G. Peterson und Stephen A. Schwarzman gründeten Blackstone 1985, beide hatten zuvor bei der Investmentbank Lehman Brothers gearbeitet. Die Zentrale liegt an der Park Avenue in Manhattan. Am 21. Juni 2007 ging die Gesellschaft an die New York Stock Exchange und platzierte dabei 12,3 Prozent der Anteile für 4,13 Mrd. US-Dollar, zu jener Zeit der größte Börsengang in den USA seit 2002. Die Aktie notiert unter dem Kürzel BX und gehört inzwischen zum S&P 500.

Schwarzman führt das Unternehmen bis heute als Vorstandschef. Jonathan Gray ist President und Chief Operating Officer und gilt als designierter Nachfolger. Nach dem Jahresbericht (Form 10-K) beschäftigte Blackstone zum 31. Dezember 2025 rund 5.285 Mitarbeiter, darunter 268 Senior Managing Directors.

Eine Verbindung besteht zu einem anderen Schwergewicht der Branche. Ende der 1980er-Jahre ging Blackstone mit Larry Fink und Ralph Schlosstein eine Partnerschaft für das Anleihegeschäft ein, aus der der heutige Vermögensverwalter BlackRock hervorging. 1995 verkaufte Blackstone seinen Anteil an die Bankengruppe PNC, nach Angaben bei Wikipedia für 240 Mio. US-Dollar. BlackRock verwaltet heute mehr Vermögen als jeder andere Asset Manager, die beiden Häuser sind seither getrennte Wettbewerber in einzelnen Anlageklassen.

Geschäftsmodell und Schwerpunkte

Blackstone legt Fonds auf, sammelt dafür Geld bei Investoren ein und investiert es in Vermögenswerte, die über mehrere Jahre gehalten und dann verkauft oder weiter betrieben werden. Die Erträge stammen aus Verwaltungsgebühren auf das gebührenpflichtige Vermögen sowie aus Erfolgsbeteiligungen, die anfallen, wenn Beteiligungen mit Gewinn veräußert werden. Organisatorisch gliedert sich das Haus laut Jahresbericht 2025 in die Segmente Immobilien, Private Equity, Kredit und Versicherungen sowie Multi-Asset Investing, das frühere Hedgefonds-Geschäft. Hinzu kommen Lösungen für Versicherer, Infrastruktur, Zweitmarktbeteiligungen und Wachstumskapital.

Zum 30. Juni 2026 verwaltete Blackstone 1.346,3 Mrd. US-Dollar, 11 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Davon waren 961,6 Mrd. US-Dollar gebührenpflichtig. Ein wachsender Teil, zuletzt 555,6 Mrd. US-Dollar, entfällt auf sogenanntes dauerhaftes Kapital ohne feste Rückzahlungsfrist, das etwa in offenen Immobilien- und Kreditvehikeln für Privatkunden steckt. Im zweiten Quartal 2026 flossen dem Haus 68,3 Mrd. US-Dollar neues Kapital zu, über zwölf Monate waren es 262,5 Mrd. US-Dollar.

Der für die Ausschüttung maßgebliche Gewinn, den Blackstone als Distributable Earnings ausweist, betrug im zweiten Quartal 2026 rund 2,0 Mrd. US-Dollar oder 1,52 US-Dollar je Aktie. Nach US-GAAP lag der den Aktionären zurechenbare Quartalsgewinn bei 1,2 Mrd. US-Dollar. Für das Quartal erklärte die Gesellschaft eine Dividende von 1,29 US-Dollar je Aktie. Über die vergangenen zwölf Monate summierten sich die Dividenden auf 5,23 US-Dollar je Aktie. Zusammen mit Aktienrückkäufen will das Haus für das zweite Quartal 1,7 Mrd. US-Dollar an seine Aktionäre zurückgeben, über zwölf Monate 6,9 Mrd. US-Dollar. Weil die Dividende an das ausschüttbare Ergebnis gekoppelt ist, schwankt sie von Quartal zu Quartal.

Europa hat in der Fondspalette ein eigenes Gewicht. Für Immobilien auf dem Kontinent legt Blackstone eigene Fonds der Reihe BREP Europe auf, aktuell in der siebten Generation. Im Kreditgeschäft gibt es europäische Vehikel für vorrangige Darlehen und Direktkredite an Unternehmen, der Infrastrukturfonds BIP konzentriert sich auf die USA und Europa. Fast die Hälfte des gebührenpflichtigen Vermögens, nämlich 48 Prozent, entfiel zur Jahresmitte 2026 auf dauerhaftes Kapital, was die Abhängigkeit von neuen Fondsrunden mindert.

Ein Schwerpunkt der vergangenen Jahre sind Rechenzentren. Über die Tochter Quality Technology Services, kurz QTS, betreibt Blackstone Datenzentren in den USA und in den Niederlanden, ein Standort in Großbritannien ist im Bau. Nutzer von QTS-Anlagen sind nach Angaben der Börsen-Zeitung große amerikanische Cloudanbieter wie Amazon Web Services und Microsoft.

Bezug zu Deutschland

Nach eigenen Angaben investiert die Private-Equity-Sparte seit mehr als 20 Jahren in Deutschland und hatte bis Mai 2023 mehr als 17 Mrd. Euro Eigenkapital eingesetzt. Die Kreditsparte stellte bis dahin Finanzierungen über 5,6 Mrd. Euro bereit. Als Beispiele nennt Blackstone heutige oder frühere Beteiligungen an Leica, Scout24, Armacell, Schenck Process und Gerresheimer sowie die Kreditfinanzierung für TK Elevator. Ende 2011 übernahm Blackstone zudem den Outdoor-Ausrüster Jack Wolfskin. Die Kreditsparte ist seit 2017 mit einem Büro in Frankfurt vertreten, 2023 bezog das Haus dort Räume im Omniturm, um auch Private Equity, Immobilien, Infrastruktur und das Privatkundengeschäft vor Ort zu bündeln. In Frankfurt sitzt inzwischen außerdem die europaweite Logistikimmobilien-Plattform Proxity.

Das größte bekannte Einzelvorhaben ist ein Rechenzentrum in Lippetal in Westfalen. Im Januar 2026 kündigte Blackstone an, dort über QTS eine Anlage für Cloud-Dienste und Anwendungen der künstlichen Intelligenz zu errichten. Das Volumen beziffern Finanzkreise nach Angaben der Börsen-Zeitung auf rund 4 Mrd. Euro, die Fertigstellung ist für Anfang der 2030er-Jahre vorgesehen. Der Kaufvertrag für das Grundstück im Industriegebiet Westfalen wird allerdings erst wirksam, wenn bestimmte Bedingungen erfüllt sind. In einem Interview mit dem Handelsblatt bekräftigte Jonathan Gray im Juni 2026, Blackstone wolle in Deutschland mehr investieren. Für Europa insgesamt hatte Blackstone bereits 2025 Investitionen von 500 Mrd. US-Dollar über zehn Jahre in Aussicht gestellt.

Marktstellung und Besonderheiten

Seit einigen Jahren richtet sich Blackstone verstärkt an vermögende Privatanleger, die über halbliquide Fonds Zugang zu Immobilien und Krediten erhalten. Für dieses Geschäft holte Blackstone 2023 auch in Frankfurt einen eigenen Verantwortlichen an Bord. Diese Strategie zeigte im Dezember 2022 ihre Grenzen, als Blackstone nach stark gestiegenen Rückgabewünschen die Auszahlungen aus dem Immobilienfonds BREIT beschränkte.

Kritik betrifft auch einzelne Portfoliounternehmen. Die damals zu Blackstone gehörende Motelkette Motel 6, die das Haus 2024 an Oyo verkaufte, zahlte in zwei Vergleichen 2018 und 2019 zusammen 19,6 Mio. US-Dollar, nachdem Gästelisten ohne richterlichen Beschluss an die Einwanderungsbehörde ICE weitergegeben worden waren. Gegen den Reinigungsdienstleister Packers Sanitation Services verhängten US-Behörden 1,5 Mio. US-Dollar Strafe, weil mehr als 100 Minderjährige illegal beschäftigt worden waren. Nach der Übernahme einer Mehrheit am Genealogiedienst Ancestry im Jahr 2020 kamen Fragen zum Umgang mit genetischen Daten auf, es folgten Sammelklagen. In Dänemark zog sich Blackstone 2019 nach Protesten von Mietern aus einem Wohnungskauf in Frederiksberg zurück. Am Kapitalmarkt bekam das Haus 2026 Gegenwind: Bis Anfang Juni hatte die Aktie nach Angaben von Börse Online seit Jahresbeginn rund ein Viertel an Wert verloren.

Einordnung

Für Privatanleger in Deutschland ist Blackstone vor allem als börsennotierte Aktie und als Eigentümer von Unternehmen und Immobilien sichtbar, mit denen sie im Alltag zu tun haben. Für institutionelle Investoren ist das Haus einer der großen Verwalter alternativer Anlagen, für deutsche Mittelständler und Konzerne ein möglicher Käufer oder Kreditgeber. Wie stark Blackstone die deutsche Infrastruktur künftig prägt, hängt maßgeblich davon ab, ob Vorhaben wie das Rechenzentrum in Lippetal tatsächlich umgesetzt werden.

Häufige Fragen zu Blackstone

Wo hat Blackstone seinen Sitz?

Die Zentrale liegt an der Park Avenue in New York. In Deutschland unterhält Blackstone ein Büro im Frankfurter Omniturm.

Wer hat Blackstone gegründet?

Peter G. Peterson und Stephen A. Schwarzman gründeten das Haus 1985. Schwarzman ist bis heute Vorstandschef, Jonathan Gray gilt als designierter Nachfolger.

Wie viel Vermögen verwaltet Blackstone?

Zum 30. Juni 2026 waren es 1.346,3 Mrd. US-Dollar. Davon waren 961,6 Mrd. US-Dollar gebührenpflichtig.

Ist Blackstone börsennotiert?

Ja. Die Aktie wird seit Juni 2007 unter dem Kürzel BX an der New York Stock Exchange gehandelt.

Was plant Blackstone in Deutschland?

Im Januar 2026 kündigte das Haus ein Rechenzentrum in Lippetal in Westfalen an, das nach Angaben der Börsen-Zeitung rund 4 Mrd. Euro kosten soll. Der Grundstückskauf steht noch unter Bedingungen.

Haben Blackstone und BlackRock etwas miteinander zu tun?

BlackRock entstand Ende der 1980er-Jahre als Partnerschaft unter dem Dach von Blackstone. Seit dem Verkauf des Blackstone-Anteils an PNC Mitte der 1990er-Jahre sind beide Häuser eigenständig.

Quellen

  1. https://www.sec.gov/Archives/edgar/data/0001393818/000119312526313250/d153439dex991.htm
  2. https://en.wikipedia.org/wiki/Blackstone_Inc.
  3. https://www.blackstone.com/news/highlights/inside-blackstones-strategy-in-germany-frankfurt-office-omniturm/
  4. https://www.boersen-zeitung.de/unternehmen-branchen/blackstone-plant-rechenzentrum-in-lippetal-fuer-4-mrd-euro
  5. https://www.boerse-online.de/nachrichten/aktien/das-plant-das-groesste-private-equity-unternehmen-der-welt-in-deutschland-20402488.html
  6. https://de.wikipedia.org/wiki/BlackRock
  7. https://www.sec.gov/Archives/edgar/data/1393818/000119312526082531/d48618d10k.htm
  8. https://fortune.com/europe/2025/06/17/inside-blackstones-500-billion-bet-on-europe
  9. https://www.hotelmanagement.net/transactions/breaking-news-oyo-acquires-g6-hospitality-525m-blackstone

Redaktionelles Porträt auf Basis öffentlich zugänglicher Quellen. Die Auswahl der porträtierten Häuser trifft allein die Redaktion; Einträge sind nicht käuflich, und Unternehmen haben keinen Einfluss auf den Text. Keine Anlageberatung und keine Empfehlung für oder gegen ein Unternehmen. Hinweise auf Fehler bitte an redaktion@boersenbote.de.