Stephen Schwarzman
Stephen A. Schwarzman hat Blackstone 1985 mit einem früheren Handelsminister als kleine Beratungsfirma für Fusionen gegründet und daraus einen Konzern gemacht, der Ende Juni 2026 Vermögenswerte von rund 1,35 Billionen US-Dollar verwaltete. Unter seiner Führung entwickelte sich das Haus vom klassischen Buyout-Investor zu einem breit aufgestellten Anbieter von Private Equity, Immobilien, Privatkrediten und Infrastruktur. Schwarzman steht damit für den Aufstieg der Privatmärkte, die einen wachsenden Teil der Unternehmensfinanzierung außerhalb der Börse abwickeln.
Werdegang
Schwarzman wurde 1947 in Philadelphia geboren. Er studierte an der Yale University, die er 1969 mit einem Bachelor abschloss, und leistete danach kurz Dienst in der Reserve der US-Armee. 1972 erwarb er einen MBA an der Harvard Business School.
Seine erste Stelle in der Finanzbranche hatte er bei der Investmentbank Donaldson, Lufkin & Jenrette. Nach dem Studium in Harvard wechselte er zu Lehman Brothers. Dort wurde er mit 31 Jahren Managing Director und leitete später das weltweite Geschäft mit Fusionen und Übernahmen.
1985 gründete er gemeinsam mit Peter G. Peterson, der unter Präsident Richard Nixon Handelsminister und danach Chairman von Lehman Brothers gewesen war, die Blackstone Group. Das Startkapital betrug 400.000 US-Dollar. Anfangs beriet das Haus vor allem bei Übernahmen. Kurz nach dem Börsenkrach im Oktober 1987 schloss Blackstone die Mittelaufnahme für seinen ersten Private-Equity-Fonds ab.
Rolle und Wirken
Schwarzman ist seit der Gründung die prägende Figur des Hauses und führt es heute als Chairman und Chief Executive Officer. Aus der Anfangszeit stammt eine Episode, die für die Branche folgenreich war: Ende der 1980er-Jahre ging Blackstone eine Partnerschaft zu gleichen Teilen mit Larry Fink und seinen Mitstreitern ein, aus der der Vermögensverwalter BlackRock hervorging. Den Anteil verkaufte Blackstone 1995 für 240 Mio. US-Dollar an die PNC Financial Services.
Am 21. Juni 2007 brachte Schwarzman Blackstone an die New Yorker Börse. Mit einem Erlös von 4,13 Mrd. US-Dollar für einen Anteil von 12,3 Prozent war es der größte Börsengang in den USA seit fünf Jahren. Das Haus gehörte damit zu den ersten großen Finanzinvestoren, die sich dem Kapitalmarkt und seinen Publizitätspflichten öffneten. Der Zeitpunkt fiel in die Hochphase der fremdfinanzierten Übernahmen vor der Finanzkrise. Blackstone übernahm in dieser Zeit den Büroimmobilienkonzern Equity Office für 37,7 Mrd. US-Dollar und kündigte im Juli 2007 die Übernahme der Hotelkette Hilton für 26 Mrd. US-Dollar an, deren Finanzierung 2010 neu geordnet werden musste.
Nach der Finanzkrise verschob Schwarzman den Schwerpunkt deutlich. Immobilien gewannen stark an Gewicht, ab 2010 kaufte Blackstone in großem Umfang Lagerhallen und nach der Immobilienkrise auch Wohnhäuser zur Vermietung. Hinzu kamen Kreditfonds, Infrastruktur und Produkte für vermögende Privatkunden. Einen Rückschlag in diesem Segment markierte der 1. Dezember 2022, als Blackstone Rücknahmen aus dem Immobilienfonds BREIT begrenzte, nachdem die Anträge der Anleger stark gestiegen waren.
Nach eigenen Angaben verwaltete Blackstone zum 30. Juni 2026 Vermögenswerte von 1.346,3 Mrd. US-Dollar, davon 961,6 Mrd. US-Dollar gebührenpflichtig. Im zweiten Quartal 2026 flossen dem Haus 68,3 Mrd. US-Dollar neue Mittel zu, der ausschüttungsfähige Gewinn lag bei 2,0 Mrd. US-Dollar. Bereits mit den Zahlen für das erste Quartal 2026 hatte das Haus die Marke von 1,3 Billionen US-Dollar überschritten.
In Deutschland trat Blackstone unter anderem als Eigentümer des Outdoor-Ausrüsters Jack Wolfskin in Erscheinung, den das Haus Ende 2011 übernahm und 2017 an die Kreditgeber abgeben musste.
Führung und Nachfolge
Die Nachfolgefrage hat Schwarzman frühzeitig geregelt. Im Februar 2018 gab Blackstone bekannt, dass Jonathan Gray, bis dahin weltweiter Leiter des Immobiliengeschäfts, President und Chief Operating Officer wird. Gray folgte auf Hamilton James, der in die Rolle des Executive Vice Chairman wechselte. Beide berichteten an Schwarzman. Nach Schilderung Schwarzmans aus dem Jahr 2020 hatten er und James die Entscheidung für Gray zuvor mehr als ein Jahr lang intern vertraulich behandelt, um einen öffentlichen Wettbewerb unter den Führungskräften zu vermeiden. Damals erklärte Schwarzman, er wolle so lange im Tagesgeschäft aktiv bleiben, wie es seine Kräfte und sein Urteilsvermögen erlaubten. Stand Oktober 2026 führt er Blackstone weiter als Chairman und CEO, Gray als President und COO.
Öffentliche Rolle und Kontroversen
Schwarzman ist auch politisch und gesellschaftlich sichtbar. Im Dezember 2016 übernahm er den Vorsitz eines Beratergremiums von Unternehmenschefs für den damals gewählten Präsidenten Donald Trump, das sich mit Wachstum und Beschäftigung befassen sollte. Im August 2017 wurde das Gremium aufgelöst, nachdem mehrere Mitglieder ihren Rückzug erklärt hatten. Im Mai 2024 unterstützte er Trumps erneute Kandidatur, 2024 zählte er nach einer Auswertung von Quartz auf Grundlage von Daten der Wahlkommission FEC mit Zuwendungen von rund 40 Mio. US-Dollar an republikanische Kandidaten und Organisationen zu den größten Einzelspendern im US-Wahlkampf.
Für Kritik sorgte im August 2010 ein Vergleich, mit dem Schwarzman Pläne der Regierung Obama zur höheren Besteuerung der Gewinnbeteiligungen von Fondsmanagern, des sogenannten Carried Interest, mit einem Krieg und dem deutschen Überfall auf Polen 1939 in Verbindung brachte. Er entschuldigte sich anschließend für diese Wortwahl.
Mit großen Zuwendungen an Bildungseinrichtungen hat Schwarzman seinen Namen an mehrere Institutionen geknüpft. 2008 sagte er der New York Public Library 100 Mio. US-Dollar zu, deren Hauptgebäude an der Fifth Avenue seitdem seinen Namen trägt. 2013 kündigte er 100 Mio. US-Dollar aus eigenen Mitteln für das Stipendienprogramm Schwarzman Scholars an der Tsinghua-Universität in Peking an. 2018 folgten 350 Mio. US-Dollar für das Schwarzman College of Computing am MIT, 2019 rund 150 Mio. Pfund für ein Zentrum für Geisteswissenschaften an der Universität Oxford, das zum Studienjahr 2025/26 eröffnete. Seine Sicht auf Führung und Unternehmertum legte er 2019 in dem Buch „What It Takes“ dar.
Einordnung
Schwarzman hat wie kaum ein anderer Gründer den Wandel der Finanzinvestoren von spezialisierten Buyout-Firmen zu großen Vermögensverwaltern begleitet, die mit Banken und Fondsgesellschaften um das Geld von Pensionskassen und zunehmend auch von Privatanlegern konkurrieren. Für den Kapitalmarkt ist Blackstone als Käufer und Verkäufer ganzer Unternehmen, als Immobilieneigentümer und als Kreditgeber relevant. Die Begrenzung der Rücknahmen bei BREIT hat gezeigt, dass Produkte aus dem Bereich der Privatmärkte im Ernstfall weniger liquide sind als börsengehandelte Wertpapiere, worauf unser Ratgeber zum Anlegerschutz allgemein hinweist. Mit Gray als designiertem Nachfolger ist der Übergang an der Spitze vorbereitet, einen Zeitpunkt dafür hat Blackstone bislang nicht genannt.
Häufige Fragen zu Stephen Schwarzman
Wer ist Stephen Schwarzman?
Stephen A. Schwarzman ist ein 1947 geborener amerikanischer Finanzmanager. Er gründete 1985 gemeinsam mit Peter G. Peterson die Investmentgesellschaft Blackstone und führt sie als Chairman und CEO.
Welche Funktion hat Stephen Schwarzman bei Blackstone?
Er ist Mitgründer, Chairman und Chief Executive Officer. Das operative Tagesgeschäft verantwortet seit 2018 zusammen mit ihm Jonathan Gray als President und Chief Operating Officer.
Wie viel Vermögen verwaltet Blackstone?
Nach eigenen Angaben verwaltete Blackstone zum 30. Juni 2026 Vermögenswerte von rund 1,35 Billionen US-Dollar.
Wann ging Blackstone an die Börse?
Am 21. Juni 2007. Das Haus nahm für einen Anteil von 12,3 Prozent 4,13 Mrd. US-Dollar ein.
Wer gilt als Nachfolger von Stephen Schwarzman?
Jonathan Gray, seit Februar 2018 President und Chief Operating Officer, gilt als designierter Nachfolger. Einen Termin für einen Wechsel an der Spitze hat Blackstone nicht genannt.
Welche Verbindung hat Schwarzman zu BlackRock?
Blackstone half Ende der 1980er-Jahre beim Aufbau von BlackRock mit Larry Fink und verkaufte seinen Anteil 1995 für 240 Mio. US-Dollar an PNC.
Quellen
- https://en.wikipedia.org/wiki/Stephen_A._Schwarzman
- https://en.wikipedia.org/wiki/Blackstone_Inc.
- https://www.sec.gov/Archives/edgar/data/0001393818/000119312526313250/d153439dex991.htm
- https://www.blackstone.com/?p=2259
- https://www.thetrustedinsight.com/investment-news/blackstone-gives-investors-continuity-whether-they-wanted-it-or-not-the-new-york-times-20180214472/
- https://pulse2.com/stephen-schwarzman-on-succession-and-his-view-of-the-markets
- https://therealdeal.com/la/2018/03/21/blackstone-co-founder-peterson-dies
- https://quantnet.com/threads/blackstone-raises-4-13-billion-in-biggest-initial-public-offering-in-five-years.511/latest
- https://www.blackstone.com/press-releases/article/president-elect-trump-establishes-the-president-s-strategic-and-policy-forum/
- https://qz.com/top-billionaire-2024-election-donors-trump-harris-1851688403/slides/9
- https://www.sec.gov/Archives/edgar/data/1393818/000119312526082531/d48618d10k.htm
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