CVC Capital Partners im Porträt
CVC Capital Partners ist einer der großen europäischen Finanzinvestoren und verwaltet neben klassischen Buy-out-Fonds inzwischen auch Kredit-, Infrastruktur- und Secondaries-Strategien. Zum 30. Juni 2026 betreute das Haus 212 Mrd. Euro. Seit dem 26. April 2024 ist die Gesellschaft an der Euronext Amsterdam notiert. In Deutschland ist CVC unter anderem als langjähriger Mehrheitseigner der Parfümeriekette Douglas und als Bieter um eine Beteiligung an der Bundesliga-Vermarktung bekannt geworden.
Das Unternehmen im Überblick
Die Wurzeln reichen in das Jahr 1981 zurück, als die amerikanische Citicorp ihre Beteiligungssparte Citicorp Venture Capital auch in Europa aufbaute. Unter der Leitung von Michael Smith lösten sich die europäischen Investmentmanager 1993 von der Citigroup und führten das Geschäft fortan als unabhängige Partnerschaft unter dem Namen CVC Capital Partners weiter. Zu den prägenden Partnern der Gründergeneration gehört Rolly van Rappard, der ab 2013 gemeinsam mit Steve Koltes und Donald Mackenzie den Vorsitz innehatte. Koltes zog sich 2022 zurück, Mackenzie im Februar 2024.
Rechtlicher Träger ist die CVC Capital Partners plc mit eingetragenem Sitz in St Helier auf der Kanalinsel Jersey; sie unterliegt dem Gesellschaftsrecht von Jersey. Nach dem Halbjahresbericht 2026 ist das Haus mit 30 Standorten auf sechs Kontinenten vertreten, davon 14 in Europa. Ende Juni 2026 arbeiteten umgerechnet 1.587 Vollzeitkräfte für die Gruppe, Ende 2025 waren es 1.507.
Vorstandschef ist seit Juni 2021 Rob Lucas, der 1996 zu CVC kam. Am 9. September 2026 legte das Haus die Nachfolge fest: Todd Sisitsky, der mehr als 23 Jahre bei dem amerikanischen Wettbewerber TPG verbracht und dort seit 2021 als Präsident amtiert hatte, sowie der langjährige CVC-Partner Peter Rutland sollen bis zum ersten Quartal 2028 gemeinsam die Führung als Co-Vorstandschefs übernehmen. Rutland ist seit 19 Jahren im Haus und verantwortet als Präsident bislang die Bereiche Kredit und Versicherungen, Secondaries und Infrastruktur. Lucas soll nach dem Wechsel in mehreren Investmentkomitees bleiben.
Geschichte und Entwicklung
Einen Börsengang hatte CVC zunächst für 2022 vorbereitet. Wegen der hohen Inflation und des russischen Angriffs auf die Ukraine verschob das Haus die Pläne und stellte sie 2023 erneut zurück. Im April 2024 folgte dann die Erstnotiz in Amsterdam unter dem Kürzel CVC. Der Ausgabepreis lag bei 14 Euro je Aktie, woraus sich nach Angaben der Euronext am ersten Handelstag ein Börsenwert von 14 Mrd. Euro ergab. Das Platzierungsvolumen belief sich auf 2,0 Mrd. Euro. Davon flossen nur 250 Mio. Euro als frisches Kapital an das Unternehmen, der größere Teil entfiel auf Aktien bisheriger Eigentümer. Die Aktie eröffnete laut Bloomberg rund 24 Prozent über dem Ausgabepreis. Die Euronext bezeichnete die Transaktion als bis dahin größten Börsengang des Jahres 2024 in Europa.
Ein eigenes Feld sind Beteiligungen im Sport. 2005 und 2006 erwarb das Haus die Mehrheit an der Formel 1, reduzierte den Anteil 2012 und verkaufte die Kontrolle 2016 und 2017 an Liberty Media. Später kamen ein Anteil von 8,2 Prozent an einer Vermarktungsgesellschaft der spanischen La Liga, der für knapp 2 Mrd. Euro eine Beteiligung an den Medien- und Sponsoringerlösen über 50 Jahre sichert, ein Engagement bei der französischen Ligue 1, bei der Rugby-Veranstaltung Six Nations sowie 2021 der Kauf des indischen Cricketteams Gujarat Titans hinzu.
Geschäftsmodell und Schwerpunkte
CVC verdient Geld auf zwei Wegen. Die regelmäßigen Verwaltungsgebühren richten sich nach dem gebührenpflichtigen Vermögen, das zum 30. Juni 2026 bei 153 Mrd. Euro lag und damit 9 Prozent über dem Vorjahreswert. Hinzu kommen erfolgsabhängige Erträge, wenn Fondsbeteiligungen mit Gewinn verkauft werden. Das gesamte verwaltete Vermögen stieg im ersten Halbjahr 2026 von 205 auf 212 Mrd. Euro; beim Börsengang waren es rund 186 Mrd. Euro gewesen.
Organisiert ist das Geschäft in sieben Strategien in den Feldern Private Equity, Secondaries, Kredit und Infrastruktur. Den Kern bilden weiterhin die großen Buy-out-Fonds für Europa und Amerika. Für den zehnten Fonds dieser Reihe rechnet das Management nach eigenen Angaben mit einem Volumen, das mindestens dem des Vorgängers entspricht. Kredit, Secondaries und Infrastruktur sind zuletzt schneller gewachsen und stellen inzwischen mehr als 55 Prozent des gebührenpflichtigen Vermögens. Am 1. Juli 2026 vollzog CVC die Übernahme des amerikanischen Kreditverwalters Marathon. Laut Halbjahresbericht belief sich die Gegenleistung beim Vollzug auf 1,2 Mrd. US-Dollar, überwiegend in CVC-Aktien; je nach Geschäftsentwicklung von Marathon in den Jahren 2027 bis 2029 kann eine weitere Zahlung hinzukommen. Einschließlich Marathon kommt die Kredit- und Versicherungsplattform auf mehr als 60 Mrd. Euro gebührenpflichtiges Vermögen.
Im ersten Halbjahr 2026 erzielte CVC nach eigenen, bereinigten Kennzahlen gebührenbezogene Erlöse von 771 Mio. Euro und ein Ebitda von 554 Mio. Euro, jeweils 9 und 12 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Der bereinigte Gewinn nach Steuern lag bei 434 Mio. Euro. Neu eingeworben wurden 10,8 Mrd. Euro, unter anderem für den Fonds Catalyst, der mit 3,4 Mrd. US-Dollar schloss, und für den sechsten Secondaries-Fonds, der bis dahin 9,3 Mrd. US-Dollar gesammelt hatte. An die Aktionäre will CVC eine Zwischendividende von rund 0,26 Euro je Aktie ausschütten und Aktien für bis zu 350 Mio. Euro zurückkaufen.
Bezug zu Deutschland
Das Geschäft in Deutschland, Österreich und der Schweiz führt seit 2015 Alexander Dibelius von Frankfurt aus. Dibelius hatte zuvor von 2002 bis 2014 die deutsche Goldman Sachs geleitet. Die größte deutsche Beteiligung der jüngeren Zeit ist Douglas: Am 1. Juni 2015 übernahm CVC 85 Prozent der Parfümeriekette, die übrigen 15 Prozent behielt die Gründerfamilie Kreke. Im März 2024 kehrte Douglas an die Börse zurück, wobei die Aktien am unteren Ende der Preisspanne platziert wurden.
2016 erwarb CVC rund 60 Prozent am Sportwettenanbieter Tipico. Im November 2018 vereinbarte der Fonds CVC VII den Kauf von 20 Prozent an DKV Mobility, dem Anbieter von Tank- und Mautkarten; 80 Prozent blieben bei den Familiengesellschaftern. In derselben Mitteilung verwies CVC auf eine Partnerschaft mit der Industriegasefamilie Messer. Frühere Engagements betrafen unter anderem den Chemiekonzern Evonik, den Messdienstleister Ista, den Wursthüllenhersteller Kalle und den Autozulieferer Novem, die inzwischen verkauft sind. Im Januar 2024 kündigte CVC zudem eine Beteiligung am Berliner Nahrungsergänzungsanbieter Sunday Natural an.
Öffentliche Aufmerksamkeit erhielt das Haus durch die Bundesliga. CVC war 2024 der verbliebene Bieter für einen Anteil von 8 Prozent an einer neuen Tochter der Deutschen Fußball Liga, die die Medienrechte vermarkten sollte. Vorgesehen war eine Zahlung von 1 Mrd. Euro. Nachdem Zweifel an der Gültigkeit der knappen Abstimmung unter den Klubs aufgekommen waren, beendete das DFL-Präsidium den Prozess am 21. Februar 2024 einstimmig.
Marktstellung und Besonderheiten
Unter den europäischen Private-Equity-Häusern gehört CVC zu den wenigen, deren Verwaltungsgesellschaft selbst an der Börse gehandelt wird. Für Aktionäre bedeutet das Einblick in Gebührenerträge, Mittelzuflüsse und Kosten, die bei partnerschaftlich geführten Häusern verborgen bleiben. Wie bei anderen Wettbewerbern verschiebt sich das Gewicht dabei von den klassischen Übernahmen zu Kredit- und Infrastrukturfonds sowie zu Partnerschaften mit Versicherern.
Kritik begleitete einzelne Engagements. Während der Formel-1-Jahre warfen Teamvertreter CVC vor, dem Sport zu viel Geld zu entziehen. In den Niederlanden verhängte die Wettbewerbsbehörde 2015 Bußgelder gegen CVC und Bencis wegen Preisabsprachen bei der früheren Beteiligung Meneba. Das gescheiterte Bundesliga-Vorhaben zeigte zudem, dass Sportbeteiligungen an der Zustimmung der Vereine scheitern können.
Einordnung
Für den deutschen Markt ist CVC ein wiederkehrender Käufer von Familien- und Konzernunternehmen, häufig in Form von Partnerschaften, bei denen Gründerfamilien beteiligt bleiben. Börsenanleger begegnen dem Haus als Verkäufer bei Börsengängen seiner Beteiligungen wie Douglas und seit 2024 als eigener Emittent in Amsterdam. Wer sich mit der Entwicklung der Private-Equity-Branche befasst, findet bei CVC wie bei KKR das Muster eines Buy-out-Spezialisten, der sich zum breiten Verwalter privater Märkte umbaut.
Häufige Fragen zu CVC Capital Partners
Wo hat CVC Capital Partners seinen Sitz?
Die börsennotierte CVC Capital Partners plc hat ihren eingetragenen Sitz in St Helier auf Jersey. In Deutschland ist das Haus mit einem Büro in Frankfurt vertreten.
Seit wann ist CVC börsennotiert?
Die Aktie wird seit dem 26. April 2024 an der Euronext Amsterdam gehandelt. Der Ausgabepreis lag bei 14 Euro.
Wie viel Vermögen verwaltet CVC?
Zum 30. Juni 2026 waren es 212 Mrd. Euro. Davon waren 153 Mrd. Euro gebührenpflichtig.
Wer leitet CVC?
Vorstandschef ist seit 2021 Rob Lucas. Bis zum ersten Quartal 2028 sollen Todd Sisitsky und Peter Rutland als Co-Vorstandschefs die Führung übernehmen.
Wer führt das Deutschland-Geschäft von CVC?
Seit 2015 verantwortet Alexander Dibelius, früher Chef von Goldman Sachs in Deutschland, das Geschäft in Deutschland, Österreich und der Schweiz.
An welchen deutschen Unternehmen ist CVC beteiligt?
Bekannt sind vor allem Douglas, an dem CVC 2015 die Mehrheit übernahm, Tipico und DKV Mobility. Eine geplante Beteiligung an der Medienrechte-Tochter der DFL kam 2024 nicht zustande.
Quellen
- https://www.cvc.com/media/news/2026/2026-half-year-results/
- https://www.cvc.com/media/hv3dxxxv/cvc-2026hy-results-press-release.pdf
- https://www.cvc.com/media/cytlauum/cvc-half-year-2026-report.pdf
- https://www.cvc.com/media/news/2026/cvc-sets-out-leadership-succession-with-todd-sisitsky-and-peter-rutland-to-become-co-chief-executive-officers-by-q1-2028/
- https://euronext.com/en/about/media/euronext-press-releases/cvc-capital-partners-lists-euronext-amsterdam
- https://news.bloomberglaw.com/private-equity/cvc-capital-backers-raise-2-billion-in-long-awaited-listing
- https://en.wikipedia.org/wiki/CVC_Capital_Partners
- https://de.wikipedia.org/wiki/CVC_Capital_Partners
- https://de.wikipedia.org/wiki/Douglas_Holding
- https://www.cvc.com/media/news/2018/2018-11-16-cvc-fund-vii-agrees-to-acquire-minority-stake-in-dkv-mobility-services-group/
- https://www.boersen-zeitung.de/english/dfl-stops-investor-entry-after-acid-test
- https://www.deraktionaer.de/nachricht/roundupkein-investor-dfl-praesidium-beendet-verhandlungen-351527.html
- https://www.themarque.com/profile/alex-dibelius
Redaktionelles Porträt auf Basis öffentlich zugänglicher Quellen. Die Auswahl der porträtierten Häuser trifft allein die Redaktion; Einträge sind nicht käuflich, und Unternehmen haben keinen Einfluss auf den Text. Keine Anlageberatung und keine Empfehlung für oder gegen ein Unternehmen. Hinweise auf Fehler bitte an redaktion@boersenbote.de.