Konjunkturprognosen 2026 und 2027: Wachstum, Inflation, Zinsen
Was Wirtschaftsforscher, Notenbanken und internationale Organisationen für Deutschland, den Euroraum, die USA, Österreich, die Schweiz und die Weltwirtschaft erwarten: alle aktuellen Prognosen für Wirtschaftswachstum, Inflation und Arbeitslosigkeit im Vergleich, mit Quelle und Datum. Dazu die Zinspfade der Notenbanken, der Konsens für die nächsten Konjunkturdaten und die Erwartungen der Analysten für den Aktienmarkt. Redaktionsstand: 06.10.2026.
Die Lage in Kürze
Stand 06.10.2026Nach einem schwachen Frühjahr haben die Wirtschaftsforscher ihre Wachstumsprognosen für Deutschland im September deutlich angehoben: Die Gemeinschaftsdiagnose erwartet für 2026 ein Plus von 1,3 Prozent, nachdem Bundesregierung, Bundesbank und Sachverständigenrat im Frühjahr noch rund 0,5 Prozent veranschlagt hatten. Treiber sind die Exporte und die Finanzpolitik. Gleichzeitig bleibt die Inflation wegen des Energiepreisschocks erhöht, die Institute rechnen 2026 mit 2,7 bis 2,9 Prozent. EZB und Fed haben im September die Zinsen angehoben.
Prognosen für Deutschland
Veränderung in %, neueste zuerst| Institut | BIP 2026 | BIP 2027 | Infl. 2026 | Infl. 2027 |
|---|---|---|---|---|
| Gemeinschaftsdiagnose (Herbst)24.09.2026 | 1,3 % | 1,1 % | 2,8 % | 3,2 % |
| OECD (Zwischenbericht)23.09.2026 | 1,1 % | 1,1 % | – | – |
| ifo Institut03.09.2026 | 1,4 % | 1,2 % | 2,8 % | 3,0 % |
| IfW Kiel03.09.2026 | 1,3 % | 1,0 % | 2,7 % | 2,7 % |
| RWI Essen03.09.2026 | 1,3 % | 1,1 % | 2,7 % | 2,6 % |
| IWH Halle03.09.2026 | 1,4 % | 0,8 % | – | – |
| DIW Berlin02.09.2026 | 1,2 % | 1,0 % | 2,7 % | 2,6 % |
| IWF (Juli-Update)08.07.2026 | 0,7 % | 1,0 % | – | – |
| Deutsche BundesbankBIP kalenderbereinigt, Inflation HVPI12.06.2026 | 0,5 % | 0,8 % | 2,9 % | 2,7 % |
| Sachverständigenrat29.05.2026 | 0,5 % | 0,8 % | 3,0 % | 2,8 % |
| EU-Kommission (Frühjahr)21.05.2026 | 0,6 % | 0,9 % | – | – |
| Bundesregierung (Frühjahrsprojektion)22.04.2026 | 0,5 % | 0,9 % | 2,7 % | 2,8 % |
BIP: reales Bruttoinlandsprodukt gegenüber Vorjahr. Inflation: Verbraucherpreisindex, bei Bundesbank und EZB harmonisierter Index (HVPI). Arbeitslosenquote nach Definition der Bundesagentur für Arbeit. Ältere Prognosen sind meist durch neuere Daten überholt, zeigen aber die Richtung der Korrekturen.
Euroraum
| Institut | BIP 2026 | BIP 2027 | Infl. 2026 | Infl. 2027 |
|---|---|---|---|---|
| EZB-ProjektionenKerninflation 2,5 / 2,6 %; Höhepunkt der Inflation im 4. Quartal 2026 bei 3,6 %10.09.2026 | 0,9 % | 1,4 % | 3,0 % | 2,5 % |
| OECD (Zwischenbericht)23.09.2026 | 1,0 % | 1,0 % | – | – |
| IWF (Juli-Update)08.07.2026 | 0,9 % | 1,2 % | – | – |
| EU-Kommission (Frühjahr)21.05.2026 | 0,9 % | 1,2 % | 3,0 % | – |
USA
| Institut | BIP 2026 | BIP 2027 | Infl. 2026 | Infl. 2027 |
|---|---|---|---|---|
| US-Notenbank Fed (FOMC, Median)Inflation = PCE-Preisindex; Kern-PCE 3,4 / 2,5 %16.09.2026 | 2,3 % | 2,4 % | 3,7 % | 2,3 % |
| IWF (Juli-Update)08.07.2026 | 2,3 % | 2,2 % | – | – |
| OECD (Zwischenbericht)23.09.2026 | 2,2 % | – | – | – |
Zinspfad der Fed (Median der FOMC-Mitglieder, Leitzins zum Jahresende): 2026 4,1 % · 2027 4,1 % · 2028 3,9 % · langfristig 3,2 %.
Österreich und Schweiz
| Institut | BIP 2026 | BIP 2027 | Infl. 2026 | Infl. 2027 |
|---|---|---|---|---|
| WIFO (Sommer)25.06.2026 | 0,9 % | 1,1 % | 3,2 % | 2,4 % |
| IHS (Sommer)25.06.2026 | 0,8 % | 1,0 % | 3,0 % | 2,3 % |
| KOF ETH ZürichBIP ohne Sportgroßereignisse30.09.2026 | 1,9 % | 1,7 % | 0,6 % | 0,6 % |
| SECO (Expertengruppe Bund)17.09.2026 | 1,7 % | 1,6 % | 0,6 % | 0,6 % |
WIFO und IHS: Österreich (Arbeitslosenquote nach nationaler Definition). KOF und SECO: Schweiz.
Weltwirtschaft
| Institut | BIP 2026 | BIP 2027 | Infl. 2026 | Infl. 2027 |
|---|---|---|---|---|
| OECD (Zwischenbericht)Inflation: G2023.09.2026 | 2,9 % | 3,0 % | 4,1 % | – |
| IWF (Juli-Update)08.07.2026 | 3,0 % | 3,4 % | 4,7 % | 3,9 % |
So lesen Sie Konjunkturprognosen
Prognosen sind bedingte Aussagen: Sie beruhen auf Annahmen etwa zu Ölpreis, Wechselkursen, Zinsen und Finanzpolitik. Ändern sich diese Annahmen, ändern sich auch die Prognosen; die Institute überarbeiten sie deshalb mehrmals im Jahr. Unterschiede zwischen den Instituten entstehen häufig schon durch den Stichtag: Eine Prognose vom Frühjahr kennt die Daten des Sommers noch nicht.
Für Anleger zählt vor allem die Richtung der Korrekturen. Steigen die Wachstumsprognosen, profitieren meist konjunkturabhängige Branchen wie Industrie, Chemie und Banken. Steigende Inflationsprognosen lassen Zinserhöhungen wahrscheinlicher werden, was Anleihekurse belastet und Wachstumsaktien mit hoher Bewertung unter Druck setzen kann.
Die Zahlen auf dieser Seite stammen aus den verlinkten Veröffentlichungen der Institute und werden redaktionell gepflegt. Sie sind keine Anlageberatung.
Konjunkturprognosen im Vergleich
Diese Seite bündelt die aktuellen Prognosen der wichtigen Wirtschaftsforschungsinstitute, Notenbanken und internationalen Organisationen für Deutschland, den Euroraum, die USA, Österreich, die Schweiz und die Weltwirtschaft: ifo, IfW Kiel, DIW, RWI, IWH und die Gemeinschaftsdiagnose, Bundesbank, EZB und Fed, Sachverständigenrat, Bundesregierung, EU-Kommission, IWF und OECD. Für jede Prognose stehen Datum und Quelle dabei; der Konsens ist der Median der Prognosen der letzten vier Monate.
Warum Prognosen für Anleger zählen
Konjunkturerwartungen bestimmen Zinserwartungen, Unternehmensgewinne und damit die Kurse. Steigende Wachstumsprognosen helfen meist zyklischen Branchen wie Industrie, Chemie und Banken, steigende Inflationsprognosen machen Zinserhöhungen wahrscheinlicher. Welche Branchen gerade vorne liegen, zeigt die Branchen-Performance, wie die Zinsen stehen, die Rubrik Anleihen und Zinsen. Die Termine der nächsten Konjunkturdaten stehen im Wirtschaftskalender, die Wirkung von Zinsentscheiden erklärt der Ratgeber Leitzinsen und Börse.
Analysten und Bewertungen
Neben den Konjunkturprognosen zeigt die Seite, was Analysten für die Aktien in den großen Indizes erwarten: das mittlere Potenzial bis zum Kursziel und den Abstand zum fairen Wert. Die Einzelwerte stehen in den Ranglisten größtes Kurspotenzial und unter fairem Wert, aktuelle Einstufungen unter Analysten. Prognosen sind keine Gewissheiten und keine Anlageberatung.
Wie die Prognosen entstehen
Die Institute schätzen die Entwicklung mit gesamtwirtschaftlichen Modellen, Umfragen und Annahmen etwa zu Ölpreis, Wechselkursen, Zinsen und Finanzpolitik. Die Gemeinschaftsdiagnose erstellen mehrere Institute zweimal im Jahr im Auftrag der Bundesregierung; sie dient als Grundlage für deren eigene Frühjahrs- und Herbstprojektion und damit für die Steuerschätzung. Bundesbank und EZB veröffentlichen ihre Projektionen viermal im Jahr, die Mitglieder der US-Notenbank Fed geben ihre Erwartungen vierteljährlich ab. Weichen die Prognosen stark voneinander ab, ist die Unsicherheit hoch; meist liegen die neuesten Schätzungen näher an der späteren Wirklichkeit.
Zinsen, Inflation und Notenbanken
Für die Börse sind die Zinsentscheidungen von EZB und Fed besonders wichtig. Beide orientieren sich an einem Inflationsziel von zwei Prozent; liegt die Teuerung deutlich darüber, erhöhen sie die Zinsen, um die Nachfrage zu dämpfen. Die Seite zeigt die aktuellen Leitzinsen, den letzten Zinsschritt und die nächsten Sitzungstermine sowie den von den Fed-Mitgliedern erwarteten Zinspfad. Wie sich Zinsänderungen auf Aktien, Anleihen, Devisen und Gold auswirken, beschreibt der Ratgeber Anleihen und Zinsen.