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Köpfe der Finanzwelt · Strategen

Larry Fink

Laurence D. Fink, meist Larry Fink genannt, hat BlackRock 1988 mitgegründet und an die Spitze der Vermögensverwaltung geführt. Zur Jahresmitte 2026 verwaltete der Konzern Kundengelder von 15,34 Bio. US-Dollar, mehr als jeder andere Asset Manager. Der 1952 in Los Angeles geborene Amerikaner ist Chairman und Vorstandschef von BlackRock und seit August 2025 zudem Interim-Co-Chair des Weltwirtschaftsforums. Seine jährlichen Briefe an Vorstandschefs und Aktionäre gehören zu den meistbeachteten Wortmeldungen der Finanzbranche.

Werdegang

Fink studierte an der University of California in Los Angeles. 1974 schloss er dort ein Studium der Politikwissenschaft ab, 1976 folgte ein MBA an der Anderson School of Management mit Schwerpunkt Immobilien. Im selben Jahr wechselte er nach New York zur Investmentbank First Boston. Dort gehörte er zu den ersten Händlern für hypothekenbesicherte Anleihen, einem Markt, der in den Achtzigerjahren stark wuchs. Er wurde Managing Director, Mitglied des Management Committee und leitete gemeinsam mit einem Kollegen den Bereich für steuerpflichtige Anleihen. Zudem baute er die Abteilung für Finanzterminkontrakte und Optionen auf.

1986 verlor seine Abteilung nach einer falschen Zinsprognose nach Medienberichten rund 100 Mio. US-Dollar. Die Erfahrung gilt als Auslöser für seine spätere Geschäftsidee: eine Vermögensverwaltung, die Risiken systematisch misst und steuert, bevor sie Anlageentscheidungen trifft.

Rolle und Wirken

1988 gründete Fink mit sieben Partnern, darunter Robert Kapito, Susan Wagner, Barbara Novick und Ralph Schlosstein, unter dem Dach der Beteiligungsgesellschaft Blackstone einen Anleiheverwalter. Blackstone stellte das Anfangskapital und erhielt dafür zunächst die Hälfte der Anteile. 1994 trennten sich BlackRock und Blackstone nach einem Streit über die Beteiligung neuer Mitarbeiter am Eigenkapital. Am 1. Oktober 1999 ging das Unternehmen an der New York Stock Exchange an die Börse. Seit 1998 ist Fink Chairman, als President steht ihm bis heute Mitgründer Robert Kapito zur Seite.

Zwei Bausteine machten BlackRock zu dem, was es heute ist. Der erste ist die Risikoplattform Aladdin, die aus dem eigenen Anleihegeschäft entstand und seit 2000 auch anderen Finanzhäusern angeboten wird. Der zweite war die 2009 vereinbarte Übernahme von Barclays Global Investors für 13,5 Mrd. US-Dollar. Mit ihr kam die ETF-Sparte iShares ins Haus, die seither einen großen Teil des Wachstums trägt. Börsengehandelte Indexfonds gelten als Treiber dafür, dass die Kosten der Geldanlage für Privatanleger gesunken sind, bündeln aber zugleich große Stimmrechtspakete bei wenigen Verwaltern. Wie solche Fonds an der Börse gehandelt werden, erklärt unser Ratgeber zum Börsenhandel.

In den vergangenen Jahren richtete Fink BlackRock stärker auf private Märkte aus. Im Januar 2024 kündigte er die Übernahme des Infrastrukturinvestors Global Infrastructure Partners für 12,5 Mrd. US-Dollar an. Ende 2024 folgte die Vereinbarung über den Kauf des Kreditspezialisten HPS Investment Partners für rund 12 Mrd. US-Dollar in BlackRock-Aktien, der am 1. Juli 2025 abgeschlossen wurde. Hinzu kam der Datenanbieter Preqin für 3,2 Mrd. US-Dollar. Nach Medienberichten loteten BlackRock und der Hedgefondsverwalter Millennium von Israel Englander 2024 zudem eine mögliche strategische Verbindung aus. In seinem Brief an die Aktionäre vom März 2026 nannte Fink das Ziel, bis 2030 mindestens 30 Prozent der Erträge mit privaten Märkten und Technologie zu erwirtschaften.

Wie stark der Konzern gewachsen ist, zeigte der Bericht zum zweiten Quartal 2026 vom 15. Juli. BlackRock verwaltete danach 15,34 Bio. US-Dollar, nach 12,53 Bio. US-Dollar ein Jahr zuvor. Allein im Quartal flossen 192 Mrd. US-Dollar an Kundengeldern zu, vor allem in iShares-Produkte.

Öffentliche Rolle

Bekannt wurde Fink weit über die Finanzbranche hinaus durch seine jährlichen Briefe. 2018 forderte er Unternehmen auf, neben dem Gewinn auch einen gesellschaftlichen Zweck zu verfolgen. Im Brief von 2020 erklärte er ökologische Nachhaltigkeit zu einem Kernziel der Anlageentscheidungen, BlackRock kündigte zugleich den Ausstieg aus bestimmten Kohleinvestments an. Damit geriet er von zwei Seiten unter Druck. Umweltgruppen hielten BlackRock vor, weiter in klimaschädliche Branchen investiert zu sein, republikanische Politiker in mehreren US-Bundesstaaten warfen dem Haus vor, politische Ziele über die Interessen der Anleger zu stellen. Im Juni 2023 sagte Fink laut Axios, er verwende den Begriff ESG nicht mehr, weil er politisch instrumentalisiert worden sei. Im März 2026 stellte er seinen Brief unter das Thema einer breiteren Beteiligung der Bevölkerung am Kapitalmarkt. Er verwies dabei unter anderem auf Fragen der Altersvorsorge in den USA und auf eine deutsche Rentenreform, die Europas Kapitalmärkte vertiefen könne.

Seit August 2025 ist Fink gemeinsam mit André Hoffmann, dem Vizepräsidenten des Verwaltungsrats von Roche, Interim-Co-Chair des Weltwirtschaftsforums. Die Stiftung hatte nach dem Rückzug ihres Gründers Klaus Schwab im April 2025 eine Übergangsführung gesucht. Beim Jahrestreffen in Davos im Januar 2026 warb Fink für einen offenen Dialog zwischen Wirtschaft, Politik und Zivilgesellschaft und warnte davor, dass sich wirtschaftliches Wachstum auf wenige Länder und Gruppen konzentriere. Darüber hinaus ist er nach Angaben des Forums Co-Vorsitzender des Kuratoriums des NYU Langone Medical Center und Mitglied in Gremien des Museum of Modern Art und des International Rescue Committee.

Eine deutsche Verbindung hat BlackRock über Friedrich Merz. Im März 2016 berief der Vermögensverwalter den früheren Vorsitzenden der Unionsfraktion im Bundestag zum Aufsichtsratschef der BlackRock Asset Management Deutschland. Merz gab das Amt Ende März 2020 auf, um sich auf die Politik zu konzentrieren. Seit Mai 2025 ist er Bundeskanzler.

Einordnung

Fink hat die Vermögensverwaltung vom Anleihehandel der Achtzigerjahre zu einem Geschäft mit Indexfonds, Risikotechnologie und privaten Märkten geführt. Durch die Größe von BlackRock ist der Konzern an sehr vielen börsennotierten Unternehmen weltweit beteiligt, auch in Deutschland, was Fragen nach Stimmrechtsmacht und Interessenkonflikten aufwirft. Für Anleger ist Fink vor allem als Stratege relevant, dessen Prioritäten über Produktangebot und Kapitalströme in vielen Märkten mitentscheiden. Offen ist die Nachfolge. Mitte 2024 erklärte Fink laut Financial Times, er habe keine höhere Priorität, als ein Team für seine Nachfolge und die von Robert Kapito aufzubauen. Im Januar 2025 kündigte mit Mark Wiedman nach einem Bericht der Financial Times einer der als Kandidaten gehandelten Manager seinen Abschied an.

Häufige Fragen zu Larry Fink

Wer ist Larry Fink?

Larry Fink ist ein amerikanischer Finanzmanager. Er gründete 1988 mit sieben Partnern BlackRock und ist dort Chairman und Vorstandschef.

Wie viel Geld verwaltet BlackRock unter Larry Fink?

Zum Ende des zweiten Quartals 2026 waren es nach dem Quartalsbericht vom 15. Juli 2026 rund 15,34 Bio. US-Dollar. Ein Jahr zuvor lag der Wert bei 12,53 Bio. US-Dollar.

Was machte Larry Fink vor BlackRock?

Er arbeitete ab 1976 bei der Investmentbank First Boston, wo er zu den ersten Händlern für hypothekenbesicherte Anleihen gehörte. Dort wurde er Managing Director und Mitglied des Management Committee.

Welche Rolle hat Larry Fink beim Weltwirtschaftsforum?

Seit August 2025 ist er gemeinsam mit André Hoffmann Interim-Co-Chair des Forums. Die Übergangsführung folgte auf den Rückzug von Gründer Klaus Schwab im April 2025.

Warum sind Finks Jahresbriefe so bekannt?

In ihnen setzt er Themen, die BlackRock als großer Aktionär bei Unternehmen anspricht, etwa Unternehmenszweck, Nachhaltigkeit oder zuletzt die breitere Beteiligung der Bevölkerung am Kapitalmarkt. Seit 2023 verzichtet er nach eigener Aussage auf den Begriff ESG.

Wer wird Nachfolger von Larry Fink?

Ein Nachfolger ist nicht benannt. Fink erklärte 2024, der Aufbau eines Nachfolgeteams habe für ihn höchste Priorität.

Quellen

  1. https://en.wikipedia.org/wiki/Larry_Fink
  2. https://en.wikipedia.org/wiki/BlackRock
  3. https://www.weforum.org/people/laurence-d-fink/
  4. https://www.weforum.org/stories/2026/01/5-questions-to-larry-fink-and-andre-hoffman-at-davos-2026
  5. https://www.euronews.com/my-europe/2026/08/23/ecb-head-christine-lagarde-ready-to-serve-wef-report-says
  6. https://inomics.com/news/blackrocks-larry-fink-named-interim-co-chairman-of-world-economic-forum-1550221
  7. https://qz.com/blackrock-record-assets-q2-earnings-071526
  8. https://www.fundssociety.com/en/news/markets/larry-fink-long-term-investing-works-a-kind-of-civic-miracle/
  9. https://www.axios.com/2023/06/26/larry-fink-ashamed-esg-weaponized-desantis
  10. https://www.tipranks.com/news/the-fly/blackrock-ceo-fink-says-no-higher-priority-than-finding-replacement-ft-says
  11. https://www.thewealthadvisor.com/article/departure-potential-fink-successor-creates-new-ceo-drama-blackrock
  12. https://www.private-banking-magazin.de/asset-management-deutschland-blackrock-beruft-friedrich-merz-zum-aufsichtsratschef-1458206746/
  13. https://www.cash-online.de/a/friedrich-maerz-geht-bei-blackrock-von-bord-495816/

Redaktionelles Porträt auf Basis öffentlich zugänglicher Quellen. Es beschreibt die öffentliche Rolle der Person; die Auswahl trifft allein die Redaktion, sie ist nicht käuflich. Keine Anlageberatung. Hinweise auf Fehler bitte an redaktion@boersenbote.de.