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Private Equity & Beteiligungen

Berkshire Hathaway im Porträt

Berkshire Hathaway ist eine börsennotierte Holding aus Omaha im US-Bundesstaat Nebraska, die Dutzende Unternehmen vollständig besitzt und daneben ein Aktienportfolio im Wert von rund 300 Mrd. US-Dollar hält. Anders als Private-Equity-Fonds, die Beteiligungen nach einer festen Laufzeit wieder veräußern müssen, ist Berkshire an keine Fondsfristen gebunden und kann Unternehmen unbegrenzt halten. Seit dem 1. Januar 2026 führt Greg Abel das Unternehmen, das Warren Buffett über mehr als fünf Jahrzehnte geprägt hat.

Das Unternehmen im Überblick

Die Wurzeln reichen bis 1839 zurück, als die Textilfirma Valley Falls Company entstand. Den heutigen Namen trägt das Unternehmen seit der Fusion der Hathaway Manufacturing Company mit Berkshire Fine Spinning Associates im Jahr 1955. Zehn Jahre später übernahm Warren Buffett die Kontrolle, von 1970 bis Ende 2025 war er Vorsitzender und Vorstandschef zugleich. Das Textilgeschäft wurde aufgegeben, die Gesellschaft entwickelte sich zur Holding für Versicherungen, Industrie- und Infrastrukturunternehmen.

Den Führungswechsel kündigte Buffett in den letzten Minuten der Hauptversammlung am 3. Mai 2025 an. Einen Tag später beschloss der Verwaltungsrat einstimmig, Greg Abel zum 1. Januar 2026 zum President und Chief Executive Officer zu berufen. Abel war zuvor stellvertretender Verwaltungsratschef für die Geschäfte außerhalb der Versicherungen und galt seit 2021 als designierter Nachfolger. Buffett blieb zunächst Vorsitzender des Verwaltungsrats. Nach einem Reuters-Bericht vom August 2026 handelten beide nach Buffetts Darstellung nicht ohne die Zustimmung des jeweils anderen. Am 18. September 2026 gab Berkshire bekannt, dass Buffett den Vorsitz mit sofortiger Wirkung abgibt. Er trägt seither den Titel Chairman Emeritus und bleibt Mitglied des Verwaltungsrats. Neuer Vorsitzender ist sein Sohn Howard Buffett, der dem Gremium seit 1993 angehört. Für das Versicherungsgeschäft ist seit 2018 Ajit Jain als stellvertretender Verwaltungsratschef zuständig. Buffetts langjähriger Partner Charlie Munger starb im November 2023.

Die Aktien werden an der New York Stock Exchange in zwei Gattungen gehandelt, als A-Aktie und als B-Aktie. Für 2025 weist die Zusammenstellung bei Wikipedia einen Umsatz von rund 371,4 Mrd. US-Dollar, einen Nettogewinn von etwa 67,0 Mrd. US-Dollar und 387.800 Beschäftigte aus.

Geschäftsmodell und Schwerpunkte

Das Fundament bilden die Versicherungen. Dazu gehören der Autoversicherer GEICO, dessen restliche 49 Prozent Berkshire im Januar 1996 für 2,3 Mrd. US-Dollar übernahm, und der Rückversicherer General Re, der Ende 1998 für 22 Mrd. US-Dollar hinzukam. Die Prämien fließen den Versicherern zu, lange bevor Schäden zu bezahlen sind. Dieses zwischenzeitlich verfügbare Geld, in der Branche Float genannt, investiert Berkshire in Unternehmen und Wertpapiere.

Daneben besitzt die Holding große Teile der amerikanischen Infrastruktur. An der Eisenbahn BNSF erwarb sie 2007 zunächst 10,9 Prozent für 3,23 Mrd. US-Dollar, im Februar 2010 folgte für 26 Mrd. US-Dollar der Rest. Berkshire Hathaway Energy geht auf MidAmerican Energy zurück, die 1999 erworben wurde. Hinzu kommen Industriebetriebe wie der Flugzeugzulieferer Precision Castparts, für den Berkshire 2016 rund 32,1 Mrd. US-Dollar zahlte, der Autohofbetreiber Pilot sowie zahlreiche Konsum- und Handelsunternehmen. Im Januar 2026 kaufte die Holding für 9,7 Mrd. US-Dollar in bar die Chemiesparte OxyChem von Occidental Petroleum. Ende Juli 2026 folgte nach Reuters-Angaben der Erwerb des Wohnungsbauers Taylor Morrison für 6,8 Mrd. US-Dollar.

Im zweiten Quartal 2026 stieg der operative Gewinn laut Reuters um 16 Prozent auf 12,98 Mrd. US-Dollar, der Umsatz um 10 Prozent auf 101,81 Mrd. US-Dollar. Der Nettogewinn von 25,67 Mrd. US-Dollar enthält nicht realisierte Kursgewinne des Aktienportfolios und schwankt deshalb stark. Schwach lief das Versicherungsgeschäft: Der versicherungstechnische Gewinn von GEICO vor Steuern ging um 45 Prozent zurück. Auch im übrigen Versicherungs- und Rückversicherungsgeschäft sank der Gewinn, und zwar um 11 Prozent. BNSF steigerte den Gewinn dagegen um 6 Prozent auf 1,56 Mrd. US-Dollar, Berkshire Hathaway Energy um 27 Prozent auf 891 Mio. US-Dollar. Im Konsumgeschäft, zu dem auch 103 Autohäuser gehören, belastete nach Reuters-Angaben eine schwächere Nachfrage.

Strategien und Anlageansatz

Das börsennotierte Aktienportfolio legt Berkshire vierteljährlich in der Pflichtmeldung 13F gegenüber der SEC offen. Die Meldung zum Stichtag 30. Juni 2026, eingereicht am 14. August 2026, umfasst 89 Einträge mit einem Gesamtwert von 299,3 Mrd. US-Dollar. Größte Position war Apple mit 227,9 Mio. Aktien im Wert von 66,0 Mrd. US-Dollar, gefolgt von American Express mit 51,3 Mrd. US-Dollar und Coca-Cola, an der Berkshire seit vielen Jahren unverändert 400 Mio. Aktien hält, mit 32,5 Mrd. US-Dollar. Auf diese drei Werte entfiel rund die Hälfte des gemeldeten Portfolios. Die beiden Aktiengattungen der Google-Mutter Alphabet kamen zusammen auf 37,8 Mrd. US-Dollar. Diesen Anteil hatte Berkshire nach Reuters-Angaben allein im zweiten Quartal 2026 um rund 10 Mrd. US-Dollar aufgestockt, womit Alphabet zu den größten Positionen aufrückte. Die Bank of America stand mit 27,5 Mrd. US-Dollar in den Büchern. Größere Pakete hielt Berkshire außerdem an Chevron, Occidental Petroleum, Chubb, Moody's und Kraft Heinz.

Nicht in der 13F-Meldung enthalten sind Beteiligungen außerhalb der USA. Dazu zählen die Anteile an den fünf großen japanischen Handelshäusern Itochu, Mitsubishi, Mitsui, Sumitomo und Marubeni, die Berkshire seit 2019 aufgebaut und bis April 2023 auf jeweils 7,4 Prozent erhöht hatte.

Unter Abel ist mehr Bewegung in die Kapitalverwendung gekommen. Nach Reuters-Angaben kaufte Berkshire im zweiten Quartal 2026 eigene Aktien für 4,5 Mrd. US-Dollar zurück und im Juli weitere für mehr als 3,3 Mrd. US-Dollar. Zudem erwarb die Holding im Quartal netto fast 20 Mrd. US-Dollar mehr Aktien, als sie verkaufte, und beendete damit eine Serie von 14 Quartalen als Nettoverkäufer. Die Barreserven sanken nach Reuters-Angaben von einem Rekord von 380,2 Mrd. US-Dollar Ende März auf 364,7 Mrd. US-Dollar Ende Juni 2026.

Bezug zu Deutschland

In Deutschland ist Berkshire vor allem über die Rückversicherung vertreten. Die 1846 gegründete Kölnische Rückversicherungs-Gesellschaft arbeitete ab 1994 mit General Re zusammen, trat ab 2003 unter der Marke Gen Re auf und wurde 2009 vollständig von General Re übernommen. Seit 2010 firmiert sie als General Reinsurance AG mit Standort Köln und gehört damit über General Re zum Konzern aus Omaha.

Marktstellung und Besonderheiten

Berkshire unterscheidet sich von Finanzinvestoren in mehreren Punkten. Die Holding sammelt kein Geld von Dritten ein, erhebt keine Verwaltungsgebühren und arbeitet mit dem eigenen Kapital sowie dem Float der Versicherer. Das bindet die Holding nicht an Ausstiegstermine, macht ihren Erfolg aber stark von der Qualität einzelner Großentscheidungen abhängig. Kritik daran gab es wiederholt. Buffett selbst bezeichnete den Kauf von General Re und von Precision Castparts als zu teuer, auf Letztere schrieb Berkshire 2020 rund 10 Mrd. US-Dollar ab. 2011 trat der Manager David Sokol zurück, nachdem bekannt geworden war, dass er vor der Übernahme des Chemiekonzerns Lubrizol privat Aktien gekauft hatte. An der Börse lag die A-Aktie bis August 2026 nach Reuters-Angaben seit Mai 2025 rund 40 Prozentpunkte hinter dem S&P 500 zurück.

Einordnung

Für Beobachter des Kapitalmarkts ist Berkshire Hathaway ein Sonderfall: ein Mischkonzern, der Versicherung, Schwerindustrie, Infrastruktur und ein großes Aktiendepot unter einem Dach hält. Die vierteljährliche 13F-Meldung macht öffentlich, wo die Holding an der Börse Kapital bindet. Mit dem Wechsel von Buffett zu Abel steht nun die Frage im Raum, wie der neue Vorstandschef die hohen Barreserven einsetzt. Die ersten Quartale unter seiner Führung deuten auf mehr Rückkäufe und Zukäufe hin.

Häufige Fragen zu Berkshire Hathaway

Wer leitet Berkshire Hathaway?

Seit dem 1. Januar 2026 ist Greg Abel President und Chief Executive Officer. Den Vorsitz des Verwaltungsrats hat seit dem 18. September 2026 Howard Buffett inne. Warren Buffett ist seither Ehrenvorsitzender (Chairman Emeritus) und weiter Mitglied des Gremiums.

Wo sitzt Berkshire Hathaway?

Die Zentrale befindet sich in Omaha im US-Bundesstaat Nebraska. In Deutschland gehört über General Re die General Reinsurance AG in Köln zum Konzern.

Ist Berkshire Hathaway börsennotiert?

Ja. Die Gesellschaft ist an der New York Stock Exchange mit einer A-Aktie und einer B-Aktie gelistet.

Welche Aktien hält Berkshire Hathaway?

Laut 13F-Meldung zum 30. Juni 2026 waren Apple, American Express und Coca-Cola die größten Positionen, gefolgt von Alphabet und der Bank of America. Der gemeldete Gesamtwert lag bei 299,3 Mrd. US-Dollar.

Welche Unternehmen gehören Berkshire Hathaway vollständig?

Dazu zählen unter anderem GEICO, General Re, die Eisenbahn BNSF, Berkshire Hathaway Energy, Precision Castparts und Pilot. 2026 kamen OxyChem und der Wohnungsbauer Taylor Morrison hinzu.

Wie viel Bargeld hat Berkshire Hathaway?

Nach Reuters-Angaben lagen die Barreserven Ende Juni 2026 bei 364,7 Mrd. US-Dollar. Ende März 2026 waren es mit 380,2 Mrd. US-Dollar so viel wie nie zuvor.

Quellen

  1. https://nbcsandiego.com/news/business/money-report/warren-buffett-to-remain-berkshire-hathaway-chairman-greg-abel-to-become-ceo-at-year-end-board-votes/3818328
  2. https://www.berkshirehathaway.com/news/sep1826.pdf
  3. https://www.wowt.com/2026/09/18/warren-buffett-steps-down-berkshire-hathaway-chairman/
  4. https://www.sec.gov/Archives/edgar/data/1067983/000119312526352200/primary_doc.xml
  5. https://www.sec.gov/Archives/edgar/data/1067983/000119312526352200/56757.xml
  6. https://idahobusinessreview.com/2026/08/10/berkshire-hathaway-accelerates-buybacks-cuts-cash-profit-beats/
  7. https://247wallst.com/investing/2026/09/09/warren-buffetts-portfolio-has-half-its-stock-money-in-just-3-names-here-is-what-they-are-2/
  8. https://en.wikipedia.org/wiki/Berkshire_Hathaway
  9. https://en.wikipedia.org/wiki/General_Re

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