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Asset Manager & Fondsgesellschaften

BlackRock im Porträt

BlackRock ist der Vermögensverwalter mit dem größten verwalteten Vermögen weltweit und zugleich Anbieter der ETF-Marke iShares. Das Haus aus New York legt Geld für Pensionskassen, Versicherer, Staatsfonds und Privatanleger an und vertreibt darüber hinaus die Risiko- und Portfoliosoftware Aladdin an andere Finanzinstitute. In Deutschland ist BlackRock über eine Münchner Kapitalverwaltungsgesellschaft, Niederlassungen in Frankfurt und München sowie als Aktionär nahezu aller großen börsennotierten Konzerne präsent.

Das Unternehmen im Überblick

Gegründet wurde BlackRock am 9. März 1988 von einer Gruppe um Larry Fink, Robert Kapito, Susan Wagner, Barbara Novick, Ben Golub, Hugh Frater, Ralph Schlosstein und Keith Anderson. Die Gründer begannen als Einheit unter dem Dach der Beteiligungsgesellschaft Blackstone, damals noch unter dem Namen Blackstone Financial Management. 1992 erhielt das Geschäft den Namen BlackRock, 1994 verkaufte Blackstone seinen Anteil an die amerikanische Bankengruppe PNC. Der Börsengang an der New York Stock Exchange folgte 1999, seit April 2011 gehört die Aktie zum S&P 500. Die Zentrale befindet sich am Hudson Yards in Manhattan. Vorstandsvorsitzender ist Mitgründer Larry Fink.

Nach dem Jahresbericht für 2025 beschäftigte der Konzern Ende 2025 rund 24.900 Menschen in mehr als 30 Ländern. Der Umsatz erreichte 2025 rund 24,2 Mrd. US-Dollar, der auf die Aktionäre entfallende Gewinn 5,6 Mrd. US-Dollar. Zum 30. Juni 2026 verwaltete BlackRock 15,3 Billionen US-Dollar, ein Rekordwert und 22 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Ende 2025 hatte der Wert noch bei 14,0 Billionen US-Dollar gelegen.

Geschäftsmodell und Schwerpunkte

BlackRock verdient vor allem an laufenden Verwaltungsgebühren, die sich am betreuten Vermögen bemessen. Das Gewicht liegt auf passiven Produkten, also Indexfonds und börsengehandelten Indexfonds, die einen Marktindex nachbilden. Daneben betreibt das Haus aktiv gemanagte Aktien-, Renten- und Mischfonds, Mandate für institutionelle Kunden sowie Wertpapierleihe, aus der im zweiten Quartal 2026 Erlöse von 239 Mio. US-Dollar stammten. Im selben Quartal flossen dem Konzern netto 192 Mrd. US-Dollar an neuen Kundengeldern zu, der Quartalsumsatz stieg auf 7,1 Mrd. US-Dollar. Erfolgsabhängige Gebühren machen mit 305 Mio. US-Dollar im zweiten Quartal 2026 nur einen kleinen Teil der Erträge aus.

Regional kamen die langfristigen Nettozuflüsse von 199 Mrd. US-Dollar überwiegend aus Nord- und Südamerika mit 152 Mrd. US-Dollar, auf Europa, den Nahen Osten und Afrika entfielen 55 Mrd. US-Dollar, aus dem asiatisch-pazifischen Raum zogen Kunden per saldo 8 Mrd. US-Dollar ab. Ihre Aktionäre beteiligt die Gesellschaft über eine Quartalsdividende von zuletzt 5,73 US-Dollar je Aktie sowie über Aktienrückkäufe, deren Volumen für 2026 auf 2 Mrd. US-Dollar angehoben wurde. Der auf die Aktionäre entfallende Quartalsgewinn nach US-GAAP stieg im zweiten Quartal um 20 Prozent auf 1,9 Mrd. US-Dollar.

Kern des ETF-Geschäfts ist iShares. Die Marke kam 2009 mit der Übernahme von Barclays Global Investors zu BlackRock, drei Jahre zuvor hatte der Konzern bereits die Fondssparte von Merrill Lynch übernommen. Ende 2025 lagen in den iShares-Produkten rund 5,5 Billionen US-Dollar, im zweiten Quartal 2026 überschritt die Plattform nach Unternehmensangaben die Marke von 6 Billionen US-Dollar.

Ein zweites Standbein ist Technologie. Aladdin ist eine Plattform für Risikoanalyse, Portfolioverwaltung und Handelsabwicklung, die BlackRock seit 2000 auch Dritten anbietet. Unter den Nutzern ist etwa die Deutsche-Bank-Tochter DWS. Die Erlöse aus Technologiedienstleistungen und Abonnements, zu denen auch Aladdin gehört, stiegen 2025 um 24 Prozent auf 2,0 Mrd. US-Dollar.

Geschichte und Entwicklung

Seit 2024 baut BlackRock das Geschäft mit nicht börsennotierten Anlagen in großem Stil aus. Im Oktober 2024 schloss der Konzern die Übernahme des Infrastrukturinvestors Global Infrastructure Partners ab, die rund 70 Mrd. US-Dollar an verwaltetem Vermögen mitbrachte. Im März 2025 folgte der Kauf des Datenanbieters Preqin für 2,5 Mrd. Pfund in bar, der Kennzahlen über Private-Equity- und Kreditfonds liefert und das Datengeschäft rund um Aladdin ergänzt. Zum 1. Juli 2025 übernahm BlackRock den Kreditfondsanbieter HPS Investment Partners. Die Gegenleistung bestand im Wesentlichen aus Anteilen einer Konzerntochter, hinzu kamen nach dem Jahresbericht 165 Mrd. US-Dollar an Kundengeldern, davon 118 Mrd. US-Dollar gebührenpflichtig. Mit diesen drei Zukäufen gewinnen Infrastruktur, Privatkredite und Marktdaten neben dem Indexgeschäft an Gewicht. Im zweiten Quartal 2026 entfielen auf Gebühren aus der HPS-Transaktion bereits rund 230 Mio. US-Dollar des Umsatzes.

Bezug zu Deutschland

Hierzulande arbeitet BlackRock mit zwei Strukturen. Die BlackRock Asset Management Deutschland AG mit Sitz am Lenbachplatz in München ist eine von der BaFin beaufsichtigte Kapitalverwaltungsgesellschaft. Sie legt die in Deutschland aufgelegten iShares-Fonds auf, etwa den iShares Core DAX UCITS ETF (DE), dessen Fondsvermögen zum 30. April 2026 bei rund 8,5 Mrd. Euro lag. Verwahrstelle dieses Fonds ist State Street Bank International in München. Den Vorstand der Gesellschaft führt Dirk Schmitz, ihr gezeichnetes Kapital betrug Ende 2025 5 Mio. Euro. Vertrieb und Kundenbetreuung laufen zudem über Zweigniederlassungen der niederländischen BlackRock (Netherlands) B.V. in Frankfurt und München, die unter der Aufsicht der niederländischen AFM steht.

Die Anteile der iShares-Fonds werden an deutschen Börsen gehandelt, unter anderem auf Xetra. Der umsatzstärkste ETF auf der Plattform war im Oktober 2025 nach einer Auswertung von Statista der iShares Core MSCI World UCITS ETF. Insgesamt setzte Xetra 2024 im ETF- und ETP-Segment nach Angaben der Börsen-Zeitung rund 230,8 Mrd. Euro um. Über seine Fonds ist BlackRock zudem an einem Großteil der DAX-Unternehmen beteiligt, häufig mit Anteilen von einigen Prozent. Die Stimmrechte übt der Konzern in Hauptversammlungen aus, was ihm in Debatten über die Macht großer Indexanbieter regelmäßig Aufmerksamkeit einbringt.

Politisch bekannt wurde die deutsche Tochter, weil der heutige Bundeskanzler Friedrich Merz von März 2016 bis Anfang 2020 Vorsitzender ihres Aufsichtsrats war. Im November 2018 durchsuchten Ermittler der Staatsanwaltschaft Köln nach Medienberichten im Zuge der Cum-Ex-Ermittlungen die Münchner Büroräume. Nach Angaben eines Konzernsprechers ging es um Geschäfte aus den Jahren 2007 bis 2011, BlackRock erklärte, uneingeschränkt mit den Behörden zusammenzuarbeiten. Die BaFin verhängte im März 2015 gegen die britische Gesellschaft BlackRock Investment Management (UK) wegen verspäteter oder fehlerhafter Stimmrechtsmitteilungen nach dem Wertpapierhandelsgesetz ein Bußgeld von 3,25 Mio. Euro, das BlackRock akzeptierte. Nach einer Selbstanzeige folgte im April 2020 ein weiteres über 744.000 Euro.

Marktstellung und Besonderheiten

Die Größe des Hauses ist zugleich Gegenstand von Kritik. Ökonomen und Aufsichtsbehörden diskutieren seit Jahren, ob gemeinsame Beteiligungen großer Indexanbieter an konkurrierenden Unternehmen den Wettbewerb dämpfen. Die britische FCA äußerte im Januar 2020 Bedenken wegen der Verbreitung von Aladdin in der Branche. Umweltorganisationen werfen BlackRock vor, trotz seiner Klimarhetorik weiter in Kohle zu investieren, während republikanisch regierte US-Bundesstaaten dem Haus das Gegenteil vorhalten.

Juristisch am weitesten gediehen ist der zweite Konflikt. Texas und zwölf weitere Bundesstaaten werfen BlackRock, State Street und Vanguard vor, über ihre Aktienbestände und die Klimainitiative Climate Action 100+ die Kohleförderung gedrosselt und damit gegen das Kartellrecht verstoßen zu haben. Am 1. August 2025 wies ein Bundesrichter in Tyler (Texas) den Antrag der Beklagten auf Abweisung überwiegend zurück, nur 3 von 21 Klagepunkten fielen weg. Vanguard einigte sich im Februar 2026 ohne Schuldeingeständnis auf eine Zahlung von 29,5 Mio. US-Dollar. State Street kündigte an, sich weiter zu verteidigen, BlackRock bestreitet die Vorwürfe ebenfalls. Das Verfahren gegen BlackRock war nach dem Vergleich von Vanguard noch nicht abgeschlossen.

Einordnung

Für Anleger in Deutschland ist BlackRock vor allem als Emittent von iShares-ETFs greifbar, die in vielen Depots und Sparplänen liegen. Für Unternehmen und Hauptversammlungen ist der Konzern ein Großaktionär, dessen Abstimmungsverhalten zählt, für andere Vermögensverwalter, Versicherer und Banken ist er zugleich Wettbewerber und Softwarelieferant. Wer die Struktur des Kapitalmarkts verstehen will, kommt an der Frage nicht vorbei, welchen Einfluss ein so großer Bündler von Anlegergeldern auf Preise, Unternehmen und Politik hat. Diese Debatte ist mit dem Ausbau in Infrastruktur und Privatkredite eher breiter geworden.

Häufige Fragen zu BlackRock

Wo hat BlackRock seinen Sitz?

Die Zentrale liegt am Hudson Yards in New York. In Deutschland sitzt die BlackRock Asset Management Deutschland AG in München, außerdem gibt es Niederlassungen in Frankfurt und München.

Wie viel Vermögen verwaltet BlackRock?

Zum 30. Juni 2026 waren es 15,3 Billionen US-Dollar. Ende 2025 lag der Wert bei 14,0 Billionen US-Dollar.

Ist BlackRock börsennotiert?

Ja. Die Aktie wird seit 1999 an der New York Stock Exchange gehandelt und gehört seit 2011 zum S&P 500.

Was ist iShares?

iShares ist die ETF-Marke von BlackRock, die 2009 mit Barclays Global Investors übernommen wurde. Nach Unternehmensangaben überschritt das in iShares-Produkten angelegte Vermögen im zweiten Quartal 2026 die Marke von 6 Billionen US-Dollar.

Was ist Aladdin?

Aladdin ist die Software von BlackRock für Risikoanalyse und Portfolioverwaltung, die auch andere Finanzhäuser nutzen. Die Technologieerlöse des Konzerns lagen 2025 bei 2,0 Mrd. US-Dollar.

Wer beaufsichtigt BlackRock in Deutschland?

Die BlackRock Asset Management Deutschland AG untersteht als Kapitalverwaltungsgesellschaft der BaFin. Die deutschen Niederlassungen der BlackRock (Netherlands) B.V. werden von der niederländischen AFM beaufsichtigt.

Quellen

  1. https://www.sec.gov/Archives/edgar/data/2012383/000119312526071966/blk-20251231.htm
  2. https://www.valuethemarkets.com/news/blackrock-nyse-blk-posts-record-153t-in-aum
  3. https://de.wikipedia.org/wiki/BlackRock
  4. https://www.ishares.com/de/privatanleger/de/impressum
  5. https://www.ishares.com/gls-download/literature/annual-report/ishares-core-dax-ucits-etf-de-pc-annual-report-2026.pdf
  6. https://de.statista.com/statistik/daten/studie/1484084/umfrage/umsatzstaerkste-etfs-auf-xetra
  7. https://www.boersen-zeitung.de/kapitalmaerkte/deutsche-boerse-erzielt-2024-neue-rekorde-im-etf-segment
  8. https://www.bafin.de/SharedDocs/Veroeffentlichungen/EN/Meldung/2015/meldung_150320_bussgeld_blackrock_en.html
  9. https://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/503646/Bafin-verhaengt-Bussgeld-von-744000-Euro-gegen-Blackrock
  10. https://www.tagesspiegel.de/wirtschaft/staatsanwaltschaft-durchsucht-blackrock-buros-in-munchen-4006363.html
  11. https://www.esgdive.com/news/vanguard-settles-antitrust-coal-case-texast-red-states-state-street-blackrock/813513/
  12. https://uk.marketscreener.com/news/us-judge-mostly-rejects-blackrock-bid-to-dismiss-states-lawsuit-over-climate-push-ce7c5fd3da8ff723
  13. https://www.washingtonexaminer.com/?p=4473764

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