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Köpfe der Finanzwelt · Strategen

Klaus Kaldemorgen

Klaus Kaldemorgen zählt zu den dienstältesten Fondsmanagern in Deutschland. Seit 1982 bei der DWS, hat er dort über Jahrzehnte große Publikumsfonds betreut, die Fondsgesellschaft als Sprecher der Geschäftsführung geleitet und 2011 den nach ihm benannten Mischfonds DWS Concept Kaldemorgen aufgelegt. Ende November 2025 gab der 1953 geborene Volkswirt das Fondsmanagement ab und wirkt seither als Kapitalmarktstratege des Hauses.

Werdegang

Kaldemorgen studierte nach Angaben der deutschsprachigen Wikipedia Volkswirtschaftslehre an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz. 1982 kam er zur DWS und begann als Manager von Rentenfonds. Bereits ab 1983 verwaltete er Aktienfonds. 1991 übernahm er nach einem Porträt der Börsen-Zeitung die Leitung des internationalen Aktienfondsmanagements.

In diese Zeit fallen die Fonds, die seinen Namen bei Privatanlegern bekannt machten. Ab 1991 steuerte er den 1961 aufgelegten DWS Akkumula, nach Wikipedia-Angaben ab 1994 zusätzlich den bereits 1970 gegründeten DWS Vermögensbildungsfonds I. Beide Fonds betreute er bis 2013. Zum 1. April 2013 übernahm André Köttner das Management.

Parallel stieg Kaldemorgen in der Hierarchie auf. 2003 zog er als Leiter des Aktienfondsmanagements in die Geschäftsführung der DWS ein, 2006 wurde er Sprecher der Geschäftsführung und zugleich globaler Aktienchef. Ende 2010 legte er diese Funktionen auf eigenen Wunsch nieder, um sich wieder ganz dem Fondsmanagement zu widmen.

Rolle und Wirken

Am 2. Mai 2011 legte die DWS den Fonds Deutsche Concept Kaldemorgen auf, der heute als DWS Concept Kaldemorgen firmiert. Er ist ein flexibler Mischfonds nach dem Total-Return-Ansatz, also ohne Bindung an einen Vergleichsindex. Das ursprüngliche Ziel beschrieb das Fachportal Fundresearch 2013 so, dass Anleger an steigenden Kursen zu etwa zwei Dritteln und an fallenden zu etwa einem Drittel teilhaben sollten. Bausteine sind Dividendenaktien, Unternehmens- und Wandelanleihen, Derivate zur Absicherung sowie gezielte Positionen in Währungen und Gold. Nach Angaben der Börsen-Zeitung ist der Fonds darauf ausgelegt, Verluste auf höchstens 10 Prozent im Jahr zu begrenzen.

Das Volumen wuchs rasch. Im November 2013 überschritt der Fonds nach Fundresearch die Marke von 500 Mio. Euro, Anfang 2017 waren es laut Wikipedia mehr als 5 Mrd. Euro und Ende September 2017 bereits 7,4 Mrd. Euro. Ende 2024 nannte die Börsen-Zeitung ein Volumen von rund 15 Mrd. Euro, eine Größenordnung, die sie im November 2025 unter Berufung auf Morningstar bestätigte. Seit Auflage lag die Aktienquote nach Angaben der Fondsmanager im Durchschnitt bei etwa 35 Prozent, die Goldposition nach Aussage von Christoph Schmidt stets bei rund 7 bis 10 Prozent.

Wie flexibel das Mandat genutzt wird, zeigen Angaben aus den Jahren 2025 und 2026. Nach der US-Präsidentschaftswahl 2024 senkten die Manager die Aktienquote nach einem Bericht von Fundresearch vom Februar 2025 von rund 45 Prozent im Juni 2024 auf etwa 39 Prozent. Zugleich verlängerten sie die Laufzeit des Anleiheportfolios deutlich und bauten vor allem lang laufende amerikanische Staatsanleihen auf. Bitcoin lehnten sie für den Fonds ab, weil die Kryptowährung in Stressphasen Verluste eher verstärke, als das Portfolio zu streuen. Nach der Eskalation des Iran-Konflikts im März 2026 reduzierte das Team nach Darstellung der DWS taktisch Positionen in allen Anlageklassen.

Die Nachfolge wurde über Jahre vorbereitet. Bereits 2016 hatte die WirtschaftsWoche nach Wikipedia-Angaben berichtet, Kaldemorgen werde den Fonds entgegen früheren Aussagen noch weitere zwei Jahre betreuen, tatsächlich blieb er bis 2025 am Steuer. Schmidt, seit 2008 bei der DWS und dort in Kaldemorgens Team gestartet, ist seit Oktober 2013 stellvertretender Portfoliomanager des Fonds und leitet seit 2021 das Multi-Asset-Total-Return-Team. Im September 2022 wurde er Co-Lead-Manager. Am 4. November 2025 gab die DWS bekannt, dass Kaldemorgen Ende November als Fondsmanager ausscheidet und Schmidt zum 30. November die alleinige Verantwortung übernimmt. Als Stellvertreter nannte das Fachportal RankiaPro Henning Potstada und Thomas Graby.

Rolle seit Ende 2025

Kaldemorgen blieb der DWS erhalten. Laut Börsen-Zeitung übernahm er die Funktion Head of Investment Strategy und steht als Kapitalmarktstratege im Austausch mit dem Team um Schmidt. Eine Veröffentlichung der DWS zum 15-jährigen Bestehen des Fonds vom Juni 2026 bestätigt diese Rolle: Danach trifft Schmidt seit November 2025 die finalen Anlageentscheidungen, während Kaldemorgen als Stratege in die Diskussionen eingebunden bleibt und nach Darstellung des Hauses seine Erfahrung aus mehr als 43 Jahren am Kapitalmarkt einbringt.

Öffentlich äußerte er sich in den vergangenen Jahren meist gemeinsam mit Schmidt. In einem Interview mit der Börsen-Zeitung vom Dezember 2024 rieten beide, die Erwartungen an weitere Kursgewinne amerikanischer Aktien deutlich zu dämpfen, und verwiesen auf hohe Bewertungen und die starke Gewichtung weniger Großkonzerne. In Europa sahen sie dagegen gute Geschäftsmodelle zu günstigen Bewertungen, vor allem bei Versorgern, Telekommunikationsfirmen und Versicherern. Am chinesischen Aktienmarkt war der Fonds nach ihren Angaben seit August 2021 nicht mehr engagiert. Im Porträt der Börsen-Zeitung von 2020 beschrieb sich Kaldemorgen als deutlich risikobewusster als zu Beginn seiner Laufbahn und betonte den Wert des Austauschs zwischen erfahrenen und jüngeren Fondsmanagern.

Das Haus DWS

Die DWS wurde 1956 in Hamburg als Deutsche Gesellschaft für Wertpapiersparen gegründet und hat ihren Sitz heute in Frankfurt am Main. Seit dem Börsengang im März 2018 ist die DWS Group an der Frankfurter Börse notiert, Mehrheitseigner ist weiterhin die Deutsche Bank. Kaldemorgen hat die Entwicklung des Hauses bis zum börsennotierten Vermögensverwalter über mehr als vier Jahrzehnte begleitet.

Gerichts- oder Aufsichtsverfahren gegen Kaldemorgen persönlich sind in den ausgewerteten Quellen nicht dokumentiert.

Einordnung

Kaldemorgen steht für eine Generation deutscher Fondsmanager, die mit großen Aktienfonds für Privatanleger bekannt wurden und später auf vermögensverwaltende Mischfonds setzten. Der Fonds, der seinen Namen trägt, verwaltet nach Presseangaben rund 15 Mrd. Euro. Mit der Übergabe an Schmidt ist der Generationswechsel abgeschlossen, der Name des Fonds bleibt. Für Anleger heißt das, dass Anlageentscheidungen inzwischen von einem anderen Manager verantwortet werden, auch wenn Kaldemorgen als Stratege eingebunden ist. Vergleichbare Lebenswege deutscher Fondsgründer und Vermögensverwalter zeichnen die Porträts von Bert Flossbach und Jens Ehrhardt nach.

Häufige Fragen zu Klaus Kaldemorgen

Wer ist Klaus Kaldemorgen?

Klaus Kaldemorgen ist ein deutscher Fondsmanager, der seit 1982 für die DWS arbeitet. Er war von 2006 bis Ende 2010 Sprecher der Geschäftsführung und managte von 2011 bis November 2025 den DWS Concept Kaldemorgen.

Managt Klaus Kaldemorgen noch den DWS Concept Kaldemorgen?

Nein. Seit dem 30. November 2025 trägt Christoph Schmidt die alleinige Verantwortung für den Fonds. Kaldemorgen ist als Head of Investment Strategy und Kapitalmarktstratege weiter für die DWS tätig.

Was ist der DWS Concept Kaldemorgen?

Es handelt sich um einen flexiblen Mischfonds ohne Vergleichsindex, der am 2. Mai 2011 aufgelegt wurde. Er investiert in Aktien, Anleihen, Gold und Währungen und hat nach Angaben der Börsen-Zeitung ein Volumen von rund 15 Mrd. Euro.

Welche Fonds hat Kaldemorgen früher verwaltet?

Bekannt wurde er mit dem DWS Akkumula und dem DWS Vermögensbildungsfonds I, die er bis 2013 betreute. Danach übernahm André Köttner beide Fonds.

Warum gab Kaldemorgen den Chefposten der DWS ab?

Ende 2010 trat er auf eigenen Wunsch als Sprecher der Geschäftsführung zurück, um wieder als Fondsmanager zu arbeiten. Kurz darauf legte die DWS den nach ihm benannten Fonds auf.

Wer ist der Nachfolger von Klaus Kaldemorgen?

Christoph Schmidt ist seit 2008 bei der DWS, seit 2013 stellvertretender und seit 2022 Co-Lead-Manager des Fonds. Seit Ende November 2025 verantwortet er ihn allein.

Quellen

  1. https://de.wikipedia.org/wiki/Klaus_Kaldemorgen
  2. https://www.boersen-zeitung.de/personen/klaus-kaldemorgen-hoert-als-fondsmanager-auf-bleibt-der-dws-aber-als-stratege-erhalten
  3. https://rankiapro.com/en/news/klaus-kaldemorgen-leaves-the-management-of-dws-concept-kaldemorgen/
  4. https://www.boersen-zeitung.de/banken-finanzen/klaus-kaldemorgen
  5. https://www.boersen-zeitung.de/kapitalmaerkte/wir-finden-in-europa-sehr-gute-geschaeftsmodelle-zu-attraktiven-bewertungen
  6. https://www.fundresearch.de/investmentfonds/dws-kaldemorgen-fonds-erreicht-halbe-milliarde-euro-15238.php
  7. https://www.fundresearch.de/analyse/in-stressphasen-hat-sich-der-bitcoin-als-brandbeschleuniger-erwiesen.php
  8. https://www.fonds-super-markt.de/neuigkeiten/artikel/15-jahre-dws-concept-kaldemorgen/
  9. https://de.wikipedia.org/wiki/DWS_Group

Redaktionelles Porträt auf Basis öffentlich zugänglicher Quellen. Es beschreibt die öffentliche Rolle der Person; die Auswahl trifft allein die Redaktion, sie ist nicht käuflich. Keine Anlageberatung. Hinweise auf Fehler bitte an redaktion@boersenbote.de.