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Banken & Investmentbanken

Deutsche Bank im Porträt

Die Deutsche Bank ist eine Universalbank mit Sitz in Frankfurt am Main, die neben dem Firmen- und Privatkundengeschäft eine international tätige Investmentbank betreibt. Unter einem Dach vereint sie den Handel und das Emissionsgeschäft, die Betreuung von Unternehmen, das Privatkundengeschäft mit den Marken Deutsche Bank und Postbank sowie über die Mehrheit an der DWS die Fondsverwaltung. Nach Jahren des Umbaus und hoher Rechtskosten weist der Konzern seit 2025 wieder deutlich höhere Gewinne aus.

Das Unternehmen im Überblick

Gegründet wurde die Bank 1870 in Berlin. Die Gründungsversammlung fand am 22. Januar statt, getragen von einem Komitee um den Bankier Adelbert Delbrück und den Politiker Ludwig Bamberger. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde das Institut zunächst in Regionalbanken aufgespalten, 1957 entstand es neu. Heute hat die Deutsche Bank AG ihren Sitz in Frankfurt am Main. Ihre Aktie ist im DAX notiert und wird seit 2001 auch an der New York Stock Exchange gehandelt.

Vorstandsvorsitzender ist seit 2018 Christian Sewing, der den Konzern durch einen tiefgreifenden Umbau geführt hat. Wie er an die Spitze kam, beschreibt unser Porträt von Christian Sewing. Den Aufsichtsrat leitet seit Mai 2022 Alexander Wynaendts, den die Hauptversammlung 2026 mit 94,22 Prozent der Stimmen für eine weitere Amtszeit wiederwählte. Zum 31. Dezember 2025 beschäftigte der Konzern umgerechnet 89.879 Vollzeitkräfte, etwa so viele wie im Vorjahr.

Das Geschäftsjahr 2025 schloss die Bank laut Mitteilung vom 29. Januar 2026 mit einem Vorsteuergewinn von 9,7 Mrd. Euro ab, 84 Prozent mehr als 2024. Nach Steuern blieben 7,1 Mrd. Euro, fast doppelt so viel wie im Vorjahr. Die Erträge stiegen um 7 Prozent auf 32,1 Mrd. Euro, die Rendite auf das materielle Eigenkapital lag bei 10,3 Prozent. Für 2025 schlug der Vorstand eine Dividende von 1,00 Euro je Aktie vor, dazu kam ein Aktienrückkauf über 1 Mrd. Euro. Die harte Kernkapitalquote betrug zum 31. Dezember 2025 14,2 Prozent.

Geschäftsmodell und Schwerpunkte

Der Konzern berichtet in vier Segmenten. Die Investmentbank ist nach Erträgen das größte. Sie erzielte 2025 Erträge von 11,5 Mrd. Euro und einen Vorsteuergewinn von 4,0 Mrd. Euro. Den Kern bildet der Handel mit Anleihen, Devisen und Zinsprodukten, im Konzern als Fixed Income & Currencies bezeichnet, der 2025 auf 9,6 Mrd. Euro kam. Das Emissions- und Beratungsgeschäft trug 1,9 Mrd. Euro bei, 6 Prozent weniger als im Vorjahr. Den Aktienhandel hatte die Bank im Juli 2019 im Zuge ihres Umbaus weitgehend aufgegeben, damals verbunden mit dem geplanten Abbau von 18.000 Stellen.

Die Unternehmensbank betreut Firmenkunden im Zahlungsverkehr, in der Handelsfinanzierung und im Cash Management. Die Privatkundenbank umfasst neben der Marke Deutsche Bank die Postbank sowie das Wealth Management für vermögende Kunden. Das Online-Depot der Bank für Anleger ohne Beratung firmiert unter der Marke maxblue. Viertes Segment ist die Vermögensverwaltung, die im Wesentlichen aus der DWS Group besteht. Die Deutsche Bank hält über die DB Beteiligungs-Holding GmbH laut Stimmrechtsmitteilung vom April 2018 79,49 Prozent an der seit 2018 börsennotierten Fondsgesellschaft.

Das erste Halbjahr 2026 verlief nach Konzernangaben vom 29. Juli 2026 erneut stark. Der Vorsteuergewinn stieg um 9 Prozent auf 5,7 Mrd. Euro, nach Steuern verdiente die Bank 4,1 Mrd. Euro. Die Erträge lagen bei 17,2 Mrd. Euro, für das Gesamtjahr peilt der Vorstand rund 33 Mrd. Euro an. Im zweiten Quartal allein erzielte der Konzern mit 1,9 Mrd. Euro nach Steuern das beste zweite Quartal seiner Geschichte. Getragen wurde das vor allem von der Investmentbank, deren Erträge um 19 Prozent auf 3,2 Mrd. Euro zulegten und deren Vorsteuergewinn um 59 Prozent auf 1,3 Mrd. Euro stieg. Der Anleihe- und Devisenhandel brachte mit 2,6 Mrd. Euro einen Rekordwert für ein zweites Quartal, das Emissions- und Beratungsgeschäft wuchs um 36 Prozent auf 559 Mio. Euro. Die verwalteten Vermögen der Vermögensverwaltung erreichten zum 30. Juni 2026 1,19 Billionen Euro, die harte Kernkapitalquote lag zum 30. Juni 2026 bei 13,9 Prozent.

Rolle am deutschen Kapitalmarkt

Bei Börsengängen und Kapitalmaßnahmen deutscher Unternehmen ist die Deutsche Bank regelmäßig im Bankenkonsortium vertreten. Beim Börsengang von Ottobock, der am 9. Oktober 2025 in Frankfurt startete, war sie gemeinsam mit BNP Paribas und Goldman Sachs globaler Koordinator. Beim Börsengang der Porsche AG im September 2022 gehörte sie als Senior Joint Bookrunner zur zweiten Reihe der Konsortialbanken hinter den vier globalen Koordinatoren.

Für 2028 hat sich der Vorstand im November 2025 neue Ziele gesetzt. Die Rendite auf das materielle Eigenkapital soll über 13 Prozent steigen, die Aufwand-Ertrag-Relation unter 60 Prozent sinken. Ab 2026 will die Bank 60 Prozent des Gewinns an die Aktionäre ausschütten. Im Juli 2026 kündigte sie nach Abschluss des laufenden Programms einen weiteren Aktienrückkauf über 500 Mio. Euro an.

Rechtsstreitigkeiten und Aufsicht

Als bedeutendes Institut steht die Bank unter direkter Aufsicht der EZB, das Financial Stability Board führt sie als global systemrelevant. Rechtsrisiken haben das Ergebnis über viele Jahre belastet. 2015 zahlte die Bank wegen Manipulationen von Referenzzinssätzen wie dem Libor rund 2,5 Mrd. US-Dollar an Behörden in den USA und Großbritannien. Im Januar 2017 einigte sie sich mit dem US-Justizministerium wegen hypothekenbesicherter Wertpapiere auf 7,2 Mrd. US-Dollar, davon 3,1 Mrd. als Strafe und 4,1 Mrd. als Erleichterungen für Verbraucher. Im selben Monat verhängten die New Yorker Finanzaufsicht 425 Mio. US-Dollar und die britische FCA 163 Mio. Pfund wegen sogenannter Spiegelgeschäfte, über die Gelder aus Russland transferiert worden waren.

Lange zog sich auch der Streit mit früheren Aktionären der Postbank, die die Übernahme von 2010 für zu niedrig vergütet hielten. Nachdem das Oberlandesgericht Köln Zweifel an der Position der Bank hatte erkennen lassen, bildete sie 2024 Rückstellungen von 1,3 Mrd. Euro. Im August 2024 schloss sie mit Klägern, die knapp 60 Prozent der Ansprüche hielten, einen Vergleich auf Basis von 31 Euro je Aktie. Im März 2025 verhängte die BaFin Bußgelder von gut 23 Mio. Euro, unter anderem weil die Postbank Anlagegespräche am Telefon nicht aufgezeichnet und Kontowechsel nach einer IT-Umstellung verspätet bearbeitet hatte. Die DWS akzeptierte im April 2025 eine Geldbuße der Staatsanwaltschaft Frankfurt von 25 Mio. Euro wegen irreführender Angaben zur Nachhaltigkeit ihrer Fonds zwischen 2020 und 2023, in den USA hatte sie zuvor bereits 19 Mio. US-Dollar gezahlt.

Marktstellung und Besonderheiten

Unter den europäischen Banken gehört die Deutsche Bank zu den wenigen, die im Investmentbanking mit den großen US-Häusern wie JPMorgan Chase konkurrieren. Anders als diese ist sie jedoch vor allem im Anleihe- und Devisenhandel stark, während das Aktiengeschäft seit 2019 nur noch eine Nebenrolle spielt. Die Abhängigkeit vom Kapitalmarkt bleibt hoch: Gut ein Drittel der Konzernerträge stammte 2025 aus der Investmentbank. Gleichzeitig verleihen Unternehmensbank, Privatkundenbank und DWS dem Konzern eine breitere Basis als reinen Investmentbanken.

Einordnung

Für deutsche Unternehmen ist die Deutsche Bank eine der wenigen heimischen Adressen, die große Emissionen, Übernahmefinanzierungen und internationalen Zahlungsverkehr aus einer Hand anbieten. Privatkunden begegnen ihr über die Filialen, die Postbank und maxblue, Fondsanleger über die DWS. Zur Bilanz des Hauses gehören neben den Ergebnissen der vergangenen beiden Jahre auch eine lange Reihe von Verfahren und Vergleichen mit Behörden.

Häufige Fragen zu Deutsche Bank

Wo hat die Deutsche Bank ihren Sitz?

Sitz der Deutsche Bank AG ist Frankfurt am Main. Gegründet wurde sie 1870 in Berlin.

Wer leitet die Deutsche Bank?

Vorstandsvorsitzender ist seit 2018 Christian Sewing. Den Aufsichtsrat führt seit Mai 2022 Alexander Wynaendts.

Wie viel hat die Deutsche Bank zuletzt verdient?

Für 2025 meldete sie einen Vorsteuergewinn von 9,7 Mrd. Euro und einen Gewinn nach Steuern von 7,1 Mrd. Euro. Im ersten Halbjahr 2026 lag der Vorsteuergewinn bei 5,7 Mrd. Euro.

Welcher Anteil der DWS gehört der Deutschen Bank?

Laut Stimmrechtsmitteilung vom April 2018 hält die Deutsche Bank über eine Holdinggesellschaft 79,49 Prozent an der DWS Group. Die Fondsgesellschaft ist seit 2018 börsennotiert.

Wer beaufsichtigt die Deutsche Bank?

Die Bank wird als bedeutendes Institut direkt von der EZB beaufsichtigt, gemeinsam mit BaFin und Bundesbank. International gilt sie als global systemrelevant.

Welche Rechtsstreitigkeiten hat die Deutsche Bank beigelegt?

Unter anderem einigte sie sich 2015 im Libor-Skandal, 2017 mit dem US-Justizministerium wegen Hypothekenpapieren und 2024 mit einem Großteil der früheren Postbank-Aktionäre. 2025 verhängte die BaFin Bußgelder von gut 23 Mio. Euro.

Quellen

  1. https://investor-relations.db.com/files/documents/quarterly-results/2025/Q4-2025-Medieninformation.pdf
  2. https://investor-relations.db.com/files/documents/quarterly-results/2026/Q2-2026-Medieninformation.pdf
  3. https://group.dws.com/ir/share/shareholder-structure/
  4. https://hauptversammlung.db.com/files/documents/2026/Deutsche-Bank-Hauptversammlung-2026-Abstimmungsergebnisse.pdf
  5. https://www.beck-aktuell.de/heute-im-recht/rechtsgeschehen/postbank-uebernahme-deutsche-bank-zwangsabfindung-aktionaere-vergleich-2024-08-22
  6. https://www.deraktionaer.de/nachricht/rounduppostbank-und-derivate-bafin-brummt-deutscher-bank-millionen-bussgeld-auf-431703.html
  7. https://www.hessenschau.de/wirtschaft/deutsche-bank-tochter-dws-zahlt-millionenstrafe-wegen-greenwashing-v2,dws-greenwashing-millionenbusse-100.html
  8. https://www.gettex.de/en/news-overview/newsdetail/eqs-news-ottobock-sets-final-offer-price-at-eur-6600-per-share
  9. https://www.lto.de/recht/kanzleien-unternehmen/k/porsche-geht-an-die-boerse-clifford-chance-niederer-kraft-frey-rekord-boersengang/print.html
  10. https://de.wikipedia.org/wiki/Deutsche_Bank
  11. https://en.wikipedia.org/wiki/Deutsche_Bank

Redaktionelles Porträt auf Basis öffentlich zugänglicher Quellen. Die Auswahl der porträtierten Häuser trifft allein die Redaktion; Einträge sind nicht käuflich, und Unternehmen haben keinen Einfluss auf den Text. Keine Anlageberatung und keine Empfehlung für oder gegen ein Unternehmen. Hinweise auf Fehler bitte an redaktion@boersenbote.de.