Pershing Square im Porträt
Pershing Square Capital Management ist ein Hedgefonds aus New York, den Bill Ackman Anfang 2004 an den Start gebracht hat und der mit wenigen, großen Aktienpositionen arbeitet. Das Haus unterscheidet sich von den meisten Wettbewerbern dadurch, dass es sein Kapital überwiegend in börsennotierten, geschlossenen Vehikeln verwaltet. Das wichtigste davon, Pershing Square Holdings, notiert an der Londoner Börse, seit April 2026 sind zudem die Verwaltungsgesellschaft selbst und ein neuer US-Fonds an der New York Stock Exchange gelistet.
Das Unternehmen im Überblick
Pershing Square Capital Management nahm Anfang 2004 die Anlagetätigkeit auf, gegründet wurde die Gesellschaft nach dem Börsenprospekt bereits 2003. Gründer ist William A. Ackman, bekannt als Bill Ackman, der das Haus bis heute führt. Die Zentrale liegt an der Eleventh Avenue in Manhattan. Gemessen an seinem Vermögen ist der Personalbestand klein: Nach dem bei der SEC eingereichten Börsenprospekt der Muttergesellschaft beschäftigte die Gruppe Ende 2025 44 Mitarbeiter.
Das verwaltete Vermögen gibt der Prospekt zum 31. Dezember 2025 mit rund 30,7 Mrd. US-Dollar an, davon rund 20,7 Mrd. US-Dollar gebührenpflichtig. Nach Unternehmensangaben stammen 96 Prozent des gebührenpflichtigen Vermögens aus dauerhaft gebundenem Kapital, also aus Vehikeln, aus denen Anleger ihr Geld nicht kurzfristig abziehen können. In der Gesamtsumme ist auch die Beteiligung an der Immobilien- und Holdinggesellschaft Howard Hughes Holdings enthalten, die Pershing Square berät.
Eigentümer und Führung
Bis 2024 gehörte die Verwaltungsgesellschaft vollständig Ackman und weiteren Führungskräften. Am 31. Mai 2024 verkaufte Pershing Square 10 Prozent an eine Gruppe strategischer Investoren, darunter institutionelle Anleger, Family Offices und Manager alternativer Anlagen, für 1,05 Mrd. US-Dollar. Den nächsten Schritt brachte der Börsengang im April 2026: Seither notiert die Muttergesellschaft Pershing Square Inc. unter dem Kürzel PS an der NYSE. Sie ist die Konzernmutter der Pershing Square Capital Management, L.P.
Die Kontrolle bleibt bei der Führung. Nach dem Prospekt sollten Mitglieder des Managements nach dem Börsengang je nach Emissionsvolumen rund 60 bis 64 Prozent der Stammaktien halten, über eine von ihnen geführte Gesellschaft verfügen sie über rund 70 bis 75 Prozent der Stimmrechte. Eine besondere Stimmrechtsaktie soll zudem vor einem Kontrollwechsel schützen.
Geschäftsmodell und Schwerpunkte
Pershing Square investiert konzentriert in eine überschaubare Zahl großer, börsennotierter Unternehmen, überwiegend in Nordamerika. Häufig nimmt das Haus als aktivistischer Aktionär Einfluss auf Strategie, Kapitalstruktur oder Führung der Beteiligungen. Verdient wird an Verwaltungsgebühren und an erfolgsabhängigen Vergütungen.
Zum Jahresende 2025 gehörten nach dem Geschäftsbericht von Pershing Square Holdings unter anderem Alphabet, Amazon, Meta, Brookfield Corporation, die Hypothekenfinanzierer Fannie Mae und Freddie Mac, der Autovermieter Hertz, Howard Hughes Holdings, Restaurant Brands International, Uber und Universal Music Group zum Portfolio. Chipotle, Canadian Pacific und Nike wurden im Laufe des Jahres 2025 verkauft, Hilton im Februar 2026.
Eine Sonderrolle hat Howard Hughes Holdings. Im Mai 2025 investierte Pershing Square 900 Mio. US-Dollar in neu ausgegebene Aktien des Unternehmens, wodurch der Anteil der Gruppe einschließlich der Fondsbestände auf 46,9 Prozent stieg. Das Unternehmen soll zu einer breit aufgestellten Holding umgebaut werden und vereinbarte im Dezember 2025 die Übernahme der Vantage Group für 2,1 Mrd. US-Dollar. Pershing Square erhält von Howard Hughes Gebühren für Beratungsleistungen.
Fondsvehikel und Börsennotierungen
Das zentrale Vehikel ist Pershing Square Holdings, kurz PSH, eine im Februar 2012 nach dem Recht von Guernsey gegründete geschlossene Investmentgesellschaft. Ihre Aktien kamen am 13. Oktober 2014 nach einer Platzierung neuer Aktien über rund 2,73 Mrd. US-Dollar an die Euronext Amsterdam, am 2. Mai 2017 folgte die Notierung an der London Stock Exchange. Die Amsterdamer Notierung besteht nicht mehr: Zum 31. Januar 2025 nahm PSH die Aktien von der Euronext Amsterdam und ist seither nur noch in London gelistet, wo die Gesellschaft seit Dezember 2020 dem Leitindex FTSE 100 angehört. Das gebührenpflichtige Vermögen von PSH lag laut Prospekt bei rund 15,0 Mrd. US-Dollar.
Der Nettoinventarwert je Aktie lag zum 31. Dezember 2025 bei 85,32 US-Dollar. Nach Angaben der Gesellschaft stieg er 2025 einschließlich Dividenden und nach Gebühren um 20,9 Prozent, der S&P 500 legte im selben Zeitraum um 17,9 Prozent zu. Die Aktie notiert seit Jahren mit einem Abschlag zum inneren Wert, der sich 2025 von 31,2 auf 24,1 Prozent verringerte. Im ersten Halbjahr 2026 sank der Nettoinventarwert je Aktie nach Angaben der Gesellschaft um 12,6 Prozent auf 74,23 US-Dollar zum 30. Juni 2026, der Abschlag weitete sich auf 34,0 Prozent aus. Seit Mai 2017 hat PSH rund 73,6 Millionen eigene Aktien für 1,8 Mrd. US-Dollar zurückgekauft.
Der zweite Anlauf für ein US-Vehikel ist inzwischen umgesetzt. Ein erster Versuch, den geschlossenen Fonds Pershing Square USA an die NYSE zu bringen, scheiterte: Ackman hatte zunächst von rund 25 Mrd. US-Dollar gesprochen, die Zielgröße wurde schrittweise auf rund 2 Mrd. US-Dollar gesenkt, am 31. Juli 2024 zog er den Börsengang zurück. Im April 2026 gelang die Platzierung in einer kombinierten Transaktion. Pershing Square USA, ein nach dem US-Investmentgesetz von 1940 registrierter geschlossener Fonds, und die Muttergesellschaft Pershing Square Inc. erlösten zusammen brutto 5 Mrd. US-Dollar, davon rund 2,97 Mrd. US-Dollar aus einer parallelen Privatplatzierung. Der Ausgabepreis lag bei 50 US-Dollar je PSUS-Aktie, Käufer erhielten für je fünf PSUS-Aktien eine Aktie von Pershing Square Inc. ohne Aufpreis. Der Handel unter den Kürzeln PSUS und PS begann am 29. April 2026.
Marktstellung und Besonderheiten
Mit 44 Beschäftigten Ende 2025 ist Pershing Square personell klein für einen der bekannteren US-Hedgefonds, verwaltet aber ein Vermögen im zweistelligen Milliardenbereich. Die Besonderheit liegt in der Kapitalstruktur. Während klassische Hedgefonds Anlegern regelmäßige Rückgaben ermöglichen müssen, arbeitet Pershing Square überwiegend mit Kapital, das in börsennotierten Gesellschaften gebunden ist.
Zu den belegten Rechtsstreitigkeiten gehört ein Verfahren aus dem Umfeld einer Übernahmeofferte für Allergan im Volumen von 51 Mrd. US-Dollar, die Pershing Square 2014 gemeinsam mit dem Pharmakonzern Valeant vorgelegt hatte. Anleger, die in den zwei Monaten vor dem Angebot Allergan-Aktien verkauft hatten, klagten wegen Insiderhandels. Im Dezember 2017 einigten sich Pershing Square und Valeant auf einen Vergleich über 290 Mio. US-Dollar, von dem Pershing Square 193,75 Mio. US-Dollar übernahm. Ein Fehlverhalten räumte der Fonds nicht ein und bezeichnete die Klage als unbegründet.
Auch ein Vorhaben mit einer Mantelgesellschaft verlief nicht wie geplant. Die 2020 aufgelegte Zweckgesellschaft Pershing Square Tontine Holdings sammelte 4 Mrd. US-Dollar ein und vereinbarte den Erwerb einer Minderheitsbeteiligung an Universal Music Group. Nach Einwänden der SEC nahm Ackman 2021 von dem Geschäft Abstand, die Gesellschaft wurde später aufgelöst und das Geld an die Anleger zurückgezahlt.
Einordnung
Die klassischen Partnerschaftsfonds von Pershing Square sind wie bei Hedgefonds üblich nur institutionellen und sehr vermögenden Anlegern zugänglich. Am Geschäft des Hauses lässt sich darüber hinaus über die Börse teilhaben, über PSH in London sowie über PSUS und die Verwaltungsgesellschaft in New York. Relevant ist Pershing Square damit für Beobachter des aktivistischen Investierens, für Vorstände der Beteiligungsunternehmen und für Anleger, die sich mit börsennotierten Investmentgesellschaften befassen.
Häufige Fragen zu Pershing Square
Wo hat Pershing Square seinen Sitz?
Die Verwaltungsgesellschaft sitzt in New York. Das Fondsvehikel Pershing Square Holdings ist eine Gesellschaft nach dem Recht von Guernsey.
Wem gehört Pershing Square?
Seit April 2026 ist die Muttergesellschaft Pershing Square Inc. an der NYSE notiert. Die Kontrolle liegt laut Prospekt weiter beim Management um Gründer Bill Ackman.
Wo wird Pershing Square Holdings gehandelt?
PSH notiert an der London Stock Exchange und gehört dem FTSE 100 an. Die Notierung an der Euronext Amsterdam wurde zum 31. Januar 2025 beendet.
Was ist Pershing Square USA?
Ein nach US-Recht registrierter geschlossener Fonds, der seit dem 29. April 2026 unter dem Kürzel PSUS an der NYSE gehandelt wird. Ein erster Börsengangversuch war im Juli 2024 abgesagt worden.
Wie viel Vermögen verwaltet Pershing Square?
Zum 31. Dezember 2025 waren es laut Börsenprospekt rund 30,7 Mrd. US-Dollar, davon rund 20,7 Mrd. US-Dollar gebührenpflichtig.
Können Privatanleger in Pershing Square investieren?
Die privaten Fonds stehen Privatanlegern in der Regel nicht offen. Über die Börse sind dagegen Aktien von PSH, PSUS und Pershing Square Inc. erhältlich.
Quellen
- https://assets.pershingsquareholdings.com/wp-content/uploads/2026/02/18175039/Pershing-Square-Holdings-Ltd.-2025-Annual-Report.pdf
- https://pershingsquareholdings.com/pershing-square-holdings-ltd-releases-monthly-net-asset-value-and-performance-report-for-december-2025/
- https://www.sec.gov/Archives/edgar/data/0002026053/000114036126016419/ny20040230x28_s1a.htm
- https://www.stblaw.com/about-us/news/view/2026/05/01/pershing-square-completes-$5-billion-combined-ipo-of-pershing-square-usa-ltd.-and-pershing-square-inc
- https://www.heygotrade.com/en/news/ackman-pershing-square-prices-5-billion-combined-ipo/
- https://assets.pershingsquareholdings.com/wp-content/uploads/2026/08/13002306/Pershing-Square-Holdings-Ltd.-June-2026-Interim.pdf
- https://euronext.com/zh/about/media/euronext-press-releases/pershing-square-holdings-ltd-lists-euronext-amsterdam
- https://amp.cnn.com/cnn/2024/07/31/business/bill-ackman-pershing-square-usa-withdraws-ipo
- https://www.forbes.com.au/news/investing/billionaire-bill-ackmans-pershing-square-withdraws-ipo
- https://www.business-standard.com/article/reuters/pershing-square-valeant-arrive-at-settlement-split-for-allergan-lawsuit-117123000028_1.html
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