Ratgeber · Strategie
In Gold und Rohstoffe investieren: Barren, ETCs, Fonds und Aktien
Gold als Krisenschutz, Rohstoffe zur Streuung: welche Anlageformen es gibt, wie sie besteuert werden und welche Risiken Terminkontrakte und Rollverluste bergen. Stand: 06.10.2026.
Gold und andere Rohstoffe entwickeln sich oft anders als Aktien und Anleihen. Deshalb nutzen viele Anleger sie zur Streuung. Sie werfen aber keine Zinsen oder Dividenden ab; der Ertrag entsteht allein aus Preisänderungen. Aktuelle Preise zeigen die Seiten Gold, Silber und die Rohstoffübersicht.
Physisches Gold
Barren und Anlagemünzen aus Gold sind in der EU von der Mehrwertsteuer befreit. Gewinne aus dem Verkauf sind in Deutschland nach einem Jahr Haltedauer steuerfrei. Zu beachten sind der Aufschlag zwischen An- und Verkaufspreis sowie die sichere Lagerung. Silber und Platin unterliegen in der Regel der Mehrwertsteuer.
Gold-ETCs und Wertpapiere mit Lieferanspruch
Börsengehandelte Goldprodukte, die vollständig mit physischem Gold hinterlegt sind und einen Lieferanspruch verbriefen, werden steuerlich wie physisches Gold behandelt. Sie lassen sich bequem über das Depot handeln. Prüfen Sie im Prospekt, ob das Gold tatsächlich hinterlegt ist und ob ein Lieferanspruch besteht.
Rohstoff-ETCs und Indexfonds
Für Öl, Industriemetalle oder Agrarrohstoffe bilden die meisten Produkte Terminkontrakte ab. Läuft ein Kontrakt aus, muss in den nächsten gewechselt werden. Ist der spätere Kontrakt teurer als der laufende (Contango), entstehen Rollverluste, sodass das Produkt schlechter abschneiden kann als der Rohstoffpreis selbst. Breit gestreute Rohstoffindex-Fonds verteilen dieses Risiko, schalten es aber nicht aus.
Aktien von Produzenten
Minen-, Öl- und Agrarkonzerne profitieren von steigenden Preisen oft überproportional, tragen aber zusätzlich Unternehmensrisiken wie Kostensteigerungen, Förderprobleme oder politische Eingriffe. Wie sich die Sektoren Energie und Grundstoffe entwickeln, zeigt die Branchen-Performance.
Wie viel ist sinnvoll?
Viele Fachleute halten einen Anteil von etwa fünf bis zehn Prozent Edelmetalle im Depot für eine sinnvolle Beimischung; reine Rohstoffanlagen gelten wegen ihrer Schwankungen eher als Ergänzung für erfahrene Anleger. Mehr zur Streuung im Ratgeber Zehn Grundregeln.
Keine Anlage- oder Steuerberatung.
Häufige Fragen
Sind Gewinne aus Gold steuerfrei?
Gewinne aus physischem Gold und aus Gold-Wertpapieren mit Lieferanspruch sind in Deutschland nach einem Jahr Haltedauer steuerfrei.
Was ist Contango bei Rohstoffen?
Wenn spätere Terminkontrakte teurer sind als der laufende. Beim Wechsel in den nächsten Kontrakt entstehen dann Rollverluste, sodass ein Rohstoffprodukt schlechter abschneiden kann als der Kassapreis.
Wie viel Gold gehört ins Depot?
Viele Fachleute halten einen Anteil von etwa fünf bis zehn Prozent Edelmetalle für eine sinnvolle Beimischung. Gold wirft keine Zinsen oder Dividenden ab.