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Ratgeber · Analyse

Directors' Dealings: Was Insiderkäufe über eine Aktie verraten

Was Directors' Dealings sind, wer sie melden muss, ab welcher Schwelle und wie Anleger Käufe und Verkäufe von Vorständen und Aufsichtsräten sinnvoll einordnen. Stand: 06.10.2026.

Vorstände, Aufsichtsräte und ihnen nahestehende Personen kennen ihr Unternehmen besser als jeder Außenstehende. Kaufen oder verkaufen sie Aktien des eigenen Unternehmens, müssen sie das melden. Diese Meldungen heißen Directors' Dealings oder Managers' Transactions.

Die Regeln

Grundlage ist Artikel 19 der europäischen Marktmissbrauchsverordnung (MAR). Meldepflichtig sind Geschäfte von Personen mit Führungsaufgaben und eng verbundenen Personen, sobald ihr Gesamtvolumen im Kalenderjahr 20.000 Euro erreicht. Die Meldung muss innerhalb von drei Geschäftstagen erfolgen, an das Unternehmen und die Aufsicht, die sie veröffentlicht. Vor der Veröffentlichung von Geschäftszahlen gilt eine Sperrfrist von 30 Tagen.

Käufe sagen mehr als Verkäufe

Verkäufe haben viele Gründe: Steuern, ein Hauskauf, Vermögensstreuung oder die Ausübung von Aktienoptionen. Käufe dagegen haben meist nur einen Grund, nämlich die Erwartung steigender Kurse. Untersuchungen deuten darauf hin, dass Aktien nach Insiderkäufen im Schnitt etwas besser abschneiden als der Markt, vor allem bei kleineren Unternehmen.

So lesen Sie die Meldungen

  • Größe: Ein Kauf über mehrere Hunderttausend Euro hat mehr Gewicht als ein symbolischer Betrag.
  • Mehrere Insider: Kaufen mehrere Vorstände oder Aufsichtsräte kurz nacheinander, ist das Signal stärker.
  • Zeitpunkt: Käufe nach deutlichen Kursrückgängen zeigen Vertrauen in die Erholung.
  • Art des Geschäfts: Zuteilungen aus Vergütungsprogrammen oder Optionsausübungen sind keine freiwilligen Käufe.

Alle aktuellen Meldungen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz finden Sie unter Directors' Dealings, die Aktien mit den größten Insiderkäufen in der Rangliste Insiderkäufe.

Insidergeschäfte sind ein Indiz, kein Kaufsignal. Keine Anlageberatung.

Häufige Fragen

Ab welchem Betrag müssen Vorstände Aktiengeschäfte melden?

Meldepflichtig sind Geschäfte, sobald das Gesamtvolumen im Kalenderjahr 20.000 Euro erreicht. Die Meldung muss innerhalb von drei Geschäftstagen erfolgen.

Sind Insiderkäufe ein Kaufsignal?

Sie sind ein Indiz für Zuversicht, aber kein verlässliches Signal. Aussagekräftig sind vor allem größere Käufe mehrerer Insider, besonders nach Kursrückgängen.

Warum verkaufen Vorstände Aktien?

Verkäufe haben viele Gründe, etwa Steuern, private Ausgaben oder die Streuung des Vermögens. Sie sind deshalb weniger aussagekräftig als Käufe.