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Online-Broker

Consorsbank im Porträt

Die Consorsbank gehört zu den ältesten Onlinebrokern Deutschlands und ist seit 2002 Teil der französischen Großbank BNP Paribas. Von Nürnberg aus bietet sie Depot, Girokonto und Sparprodukte für Privatkunden an, die ohne persönliche Beratung entscheiden. Kennzeichnend ist ein Wertpapierangebot mit vielen Handelsplätzen und Produktgattungen, das auch aktive Anleger anspricht.

Das Unternehmen im Überblick

Den Grundstein legte Karl Matthäus Schmidt 1994 mit dem Discountbroker Consors, einer Tochter der Schmidtbank aus Hof. Das Unternehmen wurde 1998 zunächst eine GmbH und noch im selben Jahr eine Aktiengesellschaft, von 1999 bis 2002 waren die Aktien an der Börse notiert. Auf dem Höhepunkt der Interneteuphorie führte Consors 2001 rund 450.000 Kundendepots und expandierte in die Schweiz, nach Frankreich, Italien und Spanien. Als die Muttergesellschaft Schmidtbank in Schwierigkeiten geriet, übernahm BNP Paribas 2002 den Broker und verschmolz ihn mit der eigenen Direktbank Cortal zu Cortal Consors, deren deutsche Einheit in Nürnberg saß. Schmidt selbst leitet heute die Quirin Privatbank.

Seit November 2014 ist das Geschäft in die deutsche Niederlassung der BNP Paribas S.A. eingegliedert, am 8. Dezember 2014 erhielt es den heutigen Namen Consorsbank. Eine eigene Gesellschaft mit eigenem Abschluss ist die Consorsbank damit nicht. Vertragspartner der Kunden ist die BNP Paribas S.A. Niederlassung Deutschland, die Erlaubnis beruht auf der französischen Banklizenz der Muttergesellschaft. Beaufsichtigt wird BNP Paribas als bedeutendes Institut von der Europäischen Zentralbank, die BaFin ist für die deutsche Niederlassung zuständig, etwa bei den Verhaltenspflichten im Wertpapiergeschäft.

Organisatorisch zählt die Consorsbank zum Geschäftsbereich BNP Paribas Personal Investors Deutschland, zu dem auch die DAB BNP Paribas für Vermögensverwalter und institutionelle Kunden sowie das Private Banking gehören. Diesen Bereich führt seit April 2024 Rainer Hohenberger, der zuvor mehr als 20 Jahre in verschiedenen Funktionen für die Consorsbank tätig war. An der Spitze der Consorsbank stand im November 2025 Tino Benker-Schwuchow. Für 2024 nennt BNP Paribas für Personal Investors mehr als 2 Mio. Kunden und rund 1.200 Beschäftigte. In Deutschland insgesamt beschäftigt die BNP-Gruppe nach eigenen Angaben rund 6.000 Menschen.

Die Muttergesellschaft BNP Paribas mit Sitz in Paris ist in 64 Ländern und Territorien vertreten und beschäftigt weltweit mehr als 180.000 Menschen. Als Heimatmärkte im Privatkundengeschäft nennt sie Frankreich, Italien, Belgien und Luxemburg. Deutschland gehört nicht dazu. Hier ist BNP Paribas seit 1947 tätig und heute mit zwölf Geschäftsbereichen für Privat-, Firmen- und institutionelle Kunden vertreten, darunter mit der Consorsbank einem digitalen Angebot für Privatanleger.

Geschäftsmodell und Schwerpunkte

Erträge entstehen vor allem aus Provisionen im Wertpapiergeschäft sowie aus Einlagen und Krediten. Eigene Ergebniszahlen veröffentlicht BNP Paribas für die Marke nicht. Nach Angaben, die Wikipedia mit Stand Dezember 2024 wiedergibt, betreute die Consorsbank in Deutschland rund 1,78 Mio. Kunden mit einem Vermögen von 92,4 Mrd. Euro.

Breit angelegt ist das Spektrum der handelbaren Produkte. Neben Aktien, Anleihen, Fonds und ETFs umfasst es Zertifikate und Optionsscheine, Terminkontrakte und Optionen an Terminbörsen, Differenzkontrakte sowie Rohstoff- und Devisenprodukte. Sparpläne gibt es auf ETFs, Fonds und Aktien. Für Minderjährige bietet die Bank ein Junior-Depot an, für junge Erwachsene ein eigenes Depotmodell. Ergänzt wird das Depotgeschäft durch ein Girokonto mit Girocard und Visa-Karte, das sich auch mit mobilen Bezahldiensten nutzen lässt, durch Tagesgeld und Festgeld sowie durch Ratenkredite, Baufinanzierungen und Autoleasing, die zum Teil über Partner vermittelt werden.

Auf der Handelsseite erreichen Kunden nach einer Übersicht des Verbraucherportals Biallo sämtliche deutschen Präsenzbörsen, Xetra und Tradegate, gut ein Dutzend europäische Börsen sowie die US-Märkte. Hinzu kommt der außerbörsliche Direkthandel mit mehr als 20 Emittenten und Handelshäusern, darunter Baader Bank, Lang & Schwarz, mwb, Deutsche Bank, Goldman Sachs, Morgan Stanley, UBS und die Muttergesellschaft BNP Paribas selbst. Diese Übersicht stammt allerdings aus dem Jahr 2022, aktuelle Zählungen veröffentlicht die Bank nicht in vergleichbarer Form.

Rolle im deutschen Handel

Eine wichtige Erweiterung erfuhr die Handelsanbindung im Jahr 2025. Laut Jahresbericht der Börse München wurde die Consorsbank in diesem Jahr als neuer bedeutender Orderlieferant an die Privatanlegerplattform gettex angeschlossen, der Start wurde in der Börse mit einem Glockenläuten begangen. Im selben Jahr kam BNP Paribas als vierter Zertifikateemittent mit fast 330.000 strukturierten Produkten auf gettex hinzu. Damit verbindet die Gruppe den Vertrieb an Privatkunden und das Emissionsgeschäft auf einem Handelsplatz, an dem auch der Market Maker Baader Bank tätig ist. Einzelheiten zur Plattform finden sich in unserem Porträt der Börse München.

Das seit dem 1. Juli 2026 geltende Verbot von Zahlungen für Orderflow betrifft in Deutschland ansässige Wertpapierfirmen, nachdem die nationale Übergangsregel ausgelaufen ist. Die BaFin hat im Juli 2026 klargestellt, dass sie auf den wirtschaftlichen Gehalt von Zahlungsströmen achtet und auch Entgelte innerhalb von Konzernen mit eigenen Handelsplätzen oder Emittenten rechtfertigungsbedürftig sind. Für Häuser wie die Consorsbank, deren Mutter selbst als Emittent auf denselben Plattformen auftritt, ist diese Auslegung von Bedeutung. Fachmedien zählten die Consorsbank im Sommer 2026 zu den Direktbanken, die eigene Preismodelle anpassen, eine öffentliche Darstellung der Bank zu den Folgen des Verbots für Handelsplätze und Partnerbeziehungen lag bis Oktober 2026 aber nicht vor.

Marktstellung und Besonderheiten

Mit rund 1,78 Mio. Kunden ist die Consorsbank kleiner als die Direktbanken ING Deutschland oder comdirect, deckt aber im Depot auch Termingeschäfte und Differenzkontrakte ab. Prägend war die Übernahme der DAB Bank, die BNP Paribas 2014 mehrheitlich von der UniCredit erwarb und deren übrige Aktionäre 2015 per Squeeze-out abgefunden wurden. Im November 2016 wechselten die Privatkunden der DAB auf die Plattform der Consorsbank. Der Umzug war von Unmut begleitet, weil einige von DAB-Kunden genutzte Funktionen und Analysewerkzeuge entfielen. Die DAB selbst konzentriert sich seither auf Geschäftskunden wie Vermögensverwalter.

Eine Besonderheit betrifft die Einlagensicherung. Weil die Consorsbank Teil einer französischen Bank ist, greift für Guthaben die gesetzliche Einlagensicherung Frankreichs bis 100.000 Euro je Kunde. Zusätzlich ist die Bank dem freiwilligen Einlagensicherungsfonds des Bundesverbands deutscher Banken angeschlossen. Wertpapiere im Depot sind Sondervermögen der Kunden und fallen nicht unter die Einlagensicherung, sie gehören im Insolvenzfall nicht zur Masse der Bank. Hintergründe erläutert unser Ratgeber zum Anlegerschutz.

Ausgebaut hat die Bank zuletzt ihr Informationsangebot. Im November 2025 holte die Bank Jochen Stanzl, zuvor Chefmarktanalyst bei CMC Markets und Mitgründer des Börsenportals stock3, als Chefmarktanalysten, seit Ende Juli 2026 erscheint ein wöchentlicher Marktpodcast. Weniger günstig fällt das Echo der Kunden aus: Auf der Plattform Trustpilot kam die Bank im Oktober 2026 bei gut 300 Bewertungen auf 1,6 von 5 Sternen.

Einordnung

Die Consorsbank ist für Privatanleger relevant, die viele Handelsplätze und Produktgattungen bis hin zu Termingeschäften über ein einziges Depot nutzen wollen und dafür die Anbindung an eine europäische Großbank suchen. Für Beobachter der Marktstruktur ist sie interessant, weil Vertrieb und Emission in einer Gruppe zusammenlaufen und das Haus 2025 seine Anbindung an gettex ausgebaut hat. Mit welchem Modell die Bank auf die Regeln nach dem Ende der Orderflow-Vergütungen dauerhaft reagiert, war im Herbst 2026 noch nicht vollständig erkennbar.

Häufige Fragen zu Consorsbank

Wo hat die Consorsbank ihren Sitz?

Die Consorsbank arbeitet von Nürnberg aus. Rechtlich ist sie eine Marke der BNP Paribas S.A. Niederlassung Deutschland.

Wem gehört die Consorsbank?

Die Consorsbank gehört vollständig zur französischen BNP Paribas, die den Broker 2002 übernahm. Seit 2014 ist das Geschäft in die deutsche Niederlassung der Bank eingegliedert.

Wie sind Einlagen bei der Consorsbank abgesichert?

Guthaben fallen unter die gesetzliche Einlagensicherung Frankreichs bis 100.000 Euro je Kunde. Zusätzlich ist die Bank dem freiwilligen Einlagensicherungsfonds des Bundesverbands deutscher Banken angeschlossen.

Wo können Kunden der Consorsbank handeln?

An allen deutschen Börsen einschließlich Xetra, Tradegate und seit 2025 gettex, an zahlreichen europäischen Börsen und in den USA. Dazu kommt der außerbörsliche Direkthandel mit mehr als 20 Partnern.

Wie viele Kunden hat die Consorsbank?

Nach Angaben mit Stand Dezember 2024 waren es rund 1,78 Mio. Kunden in Deutschland mit einem betreuten Vermögen von 92,4 Mrd. Euro.

Was hat die Consorsbank mit der DAB zu tun?

BNP Paribas übernahm die DAB Bank 2014 und verlagerte deren Privatkunden im November 2016 auf die Plattform der Consorsbank. Die DAB BNP Paribas betreut seither vor allem Vermögensverwalter und institutionelle Kunden.

Quellen

  1. https://de.wikipedia.org/wiki/Consorsbank
  2. https://group.bnpparibas/en/group/our-businesses-and-expertise/commercial-personal-banking-services/bnp-paribas-personal-investors
  3. https://www.private-banking-magazin.de/bnp-paribas-beruft-geschaeftsfuehrer-fuer-personal-investors-deutschland/
  4. https://www.bnpparibas.de/app/uploads/sites/21/2025/11/251117-pm-neuer-chefmarktanalyst-final.pdf
  5. https://group.bnpparibas/en/press-release/bnp-paribas-group-results-as-of-30-june-2026
  6. https://www.bnpparibas.de/de/marktanalyse-neu-gedacht-consorsbank-startet-podcast-deep-in-the-money/
  7. https://www.boerse-muenchen.de/fileadmin/user_upload/pdfs/260123_JEB2026_FINAL_HOPFN.pdf
  8. https://www.biallo.de/anbieter/consorsbank/depot/
  9. https://www.biallo.de/tagesgeld/test/consorsbank-tagesgeld/
  10. https://www.capitalo.de/anbieter/consorsbank
  11. https://legal.pwc.de/de/news/fachbeitraege/deutschlands-pfof-verbot-ist-nun-vollstaendig-in-kraft
  12. https://de.trustpilot.com/review/consorsbank.de
  13. https://finanzwissen.de/news/pfof-verbot-ab-1-juli-2026-was-sich-fuer-anleger-aendert-und-welche-neobroker-noch-keine-ansage-gemacht-haben/

Redaktionelles Porträt auf Basis öffentlich zugänglicher Quellen. Die Auswahl der porträtierten Häuser trifft allein die Redaktion; Einträge sind nicht käuflich, und Unternehmen haben keinen Einfluss auf den Text. Keine Anlageberatung und keine Empfehlung für oder gegen ein Unternehmen. Hinweise auf Fehler bitte an redaktion@boersenbote.de.