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Nico Baader

Nico Baader stand von Juli 2015 bis Ende Juni 2026 an der Spitze der Baader Bank und hat das Haus in dieser Zeit vom Spezialisten an den Regionalbörsen zu einer breiter aufgestellten Wertpapierbank umgebaut. Der Sohn des Gründers Uto Baader verantwortete den Aufbau von Investment Banking, Research und Depotgeschäft für Partnerbroker. Seit dem 1. Juli 2026 führt er die Baader Beteiligungs GmbH, über die die Familie die Mehrheit an der Bank hält. Zugleich sitzt er seit Mai 2026 im Aufsichtsrat der Bayerischen Börse.

Werdegang

Baader wurde nach Angaben der Börsen-Zeitung 1970 geboren. Erste Erfahrungen sammelte er laut seiner Vita auf der Website der Bank im Börsenmaklergeschäft, bevor er bei der Bayerischen Vereinsbank in München eine Ausbildung zum Bankkaufmann absolvierte. Die Börsen-Zeitung beschreibt ihn als Börsenhändler und Bankkaufmann, ein Hochschulstudium wird in den ausgewerteten Quellen nicht genannt.

Im Jahr 1994 machte er sich mit einer eigenen Beratungsfirma selbstständig. Sie bot nach Angaben der Bank Begleitung bei Börsengängen, Investor Relations und Aktienresearch an, also Leistungen auf der Emittentenseite des Kapitalmarkts, die später auch im Familienunternehmen an Gewicht gewannen. Ab dem Jahr 2000 wirkte er daran mit, das väterliche Unternehmen über den Maklerhandel hinaus zu entwickeln.

In den Vorstand der Baader Bank rückte er 2009 ein, also kurz nach Erteilung der Vollbanklizenz im Juli 2008. Zuständig war er zunächst für handelsnahe Bankdienstleistungen. In der zweiten Jahreshälfte 2010 stellte er die Strategie „Kunden und Produkte“ vor, in deren Zuge die Bank rund 40 Fachleute einstellte. Ab 2011 entstand eine eigene Researchabteilung, und mit der Targobank kam ein Kunde für das Market Making hinzu. Um die Zeit der Übernahme des Schweizer Brokers Helvea im August 2013 verantwortete Baader im Vorstand das Investment Banking. Im Juli 2015 übernahm er von seinem Vater die Leitung des Hauses und den Vorsitz des Market-Making-Komitees.

Rolle und Wirken

Als Vorstandschef setzte Baader auf mehrere Ertragssäulen neben dem Handelsergebnis. Nach seiner Amtsübernahme legte eine Strategieklausur sechs Geschäftsbereiche fest, anschließend begann ein Umbau der Bank. Der Aufsichtsratsvorsitzende Louis Hagen würdigte im März 2026 vor allem zwei Weichenstellungen, an denen Baader beteiligt war: die Vollbanklizenz von 2008 und den Aufbau des Investment Bankings und des Kundengeschäfts ab 2011.

Stark gewachsen ist in seiner Amtszeit das Depotgeschäft für Finanzdienstleister ohne eigene Banklizenz. Im Jahr 2020 überschritt die Zahl der Depots erstmals 100.000, die Bilanzsumme lag erstmals über 1 Mrd. Euro. Den größten Schub brachte die Zusammenarbeit mit dem Münchner Neobroker Scalable Capital, dessen Kundendepots die Bank über Jahre führte. Ende 2024 waren bei Baader 1,71 Mio. Depots registriert.

Gerade diese Partnerschaft wurde in Baaders letzten Amtsjahren zur Belastungsprobe. Im Dezember 2024 kündigte Scalable eine eigene Plattform für Verwahrung, Handel und Abwicklung an, Baader blieb zwar Partner, verlor aber die Rolle als Hauptweg für die Transaktionen. Bis Dezember 2025 zogen alle Scalable-Depots ab, die Depotzahl sank Ende 2025 auf 1,13 Mio. Das Geschäftsjahr 2025 schloss die Bank dennoch mit einem Rekord ab: Das Ergebnis vor Steuern stieg um 81 Prozent auf 72,9 Mio. Euro, getragen von einem auf 131,3 Mio. Euro verdoppelten Handelsergebnis. Für 2026 kündigte der Vorstand im März ein Vorsteuerergebnis deutlich unter diesem Niveau an.

Ein zweiter Einschnitt betraf den Handel. In Stuttgart übernahm die Börsentochter Euwax zum Jahresbeginn 2026 die Betreuung ausländischer Aktien, die Baader dort 38 Jahre lang verantwortet hatte. Wie stark beide Verluste wirkten, zeigte sich erst unter Baaders Nachfolger: Im ersten Halbjahr 2026 verdiente die Bank vor Steuern 22,4 Mio. Euro und damit nicht einmal halb so viel wie ein Jahr zuvor. Bereinigt um die abgewanderten Scalable-Bestände wuchs die Zahl der Depots nach Angaben der Börsen-Zeitung bis Ende Juni 2026 allerdings um 12 Prozent auf 1,3 Mio.

In der Öffentlichkeit trat Baader zurückhaltender auf als sein Vater. Die Börsen-Zeitung schilderte ihn im April 2025 als Teamarbeiter mit diplomatischem Stil, der Erwartungen bewusst niedrig halte. Im Vorstand verantwortete er nach Angaben der Börsen-Zeitung zuletzt unter anderem die Marktfolge.

Aufsicht, Ämter und Nachfolge

In Baaders Amtszeit fällt eine Sonderprüfung der BaFin. Im Oktober 2022 machte die Bank öffentlich, dass die Aufsicht Mängel in der ordnungsgemäßen Geschäftsorganisation festgestellt hatte und einen Kapitalzuschlag anordnen wollte.

Über die eigene Bank hinaus ist Baader in der Selbstverwaltung der Börsen aktiv. Im November 2025 bestätigte ihn der Börsenrat der Börse München für die Amtszeit 2026 bis 2028 als stellvertretenden Vorsitzenden. Die Website der Bank nennt zudem Sitze in den Börsenräten der Frankfurter Wertpapierbörse und der Eurex sowie ein Aufsichtsratsmandat bei der Tochter Baader & Heins Capital Management. Im seit Januar 2026 amtierenden Frankfurter Börsenrat ist er allerdings nicht verzeichnet, ein aktueller Sitz im Eurex-Börsenrat ließ sich nicht bestätigen. Am 22. Mai 2026 wurde er in den Aufsichtsrat der Bayerischen Börse AG gewählt, aus dem sein Vater zum selben Termin ausschied.

Am 26. März 2026 teilte die Bank mit, dass Baader sein Ende Juni 2026 auslaufendes Vorstandsmandat im Einvernehmen mit dem Aufsichtsrat nicht verlängert. Die Nachfolge trat zum 1. Juli 2026 sein bisheriger Stellvertreter Oliver Riedel an, dessen Mandat vorzeitig um fünf Jahre verlängert wurde. Baader selbst übernahm die Geschäftsführung der Baader Beteiligungs GmbH, der Mutterfinanzholding der Gruppe. Nach Ablauf einer Wartezeit will er für den Aufsichtsrat der Bank kandidieren. Die Mitteilung stellte den Schritt als Lösung dar, mit der die Familie die Nachfolge an der Spitze regelt und Kontinuität sichert.

Einordnung

Mit dem Wechsel von Nico Baader in die Holding steht erstmals seit der Gründung kein Familienmitglied mehr an der operativen Spitze der Bank, die Familie steuert das Haus künftig über Holding und Aufsichtsgremien. Für den Markt ist das relevant, weil die Baader Bank an mehreren deutschen Börsen Kurse stellt und für zahlreiche Partnerbroker Depots führt. Seine Amtszeit zeigt beides: den Ausbau zu einer Bank mit mehreren Standbeinen und die Abhängigkeit des Depotgeschäfts von wenigen großen Partnern. Ob er als Aufsichtsrat später erneut Einfluss auf die Strategie nimmt, hängt von der Wahl durch die Hauptversammlung ab.

Häufige Fragen zu Nico Baader

Wer ist Nico Baader?

Nico Baader, Jahrgang 1970, ist Börsenhändler und Bankkaufmann und war von Juli 2015 bis Juni 2026 Vorstandsvorsitzender der Baader Bank. Er ist der Sohn des Gründers Uto Baader.

Was macht Nico Baader seit Juli 2026?

Er führt die Baader Beteiligungs GmbH, die Mutterfinanzholding der Baader-Gruppe. Nach einer Wartezeit will er sich um einen Sitz im Aufsichtsrat der Bank bewerben.

Wer ist Nachfolger von Nico Baader als Chef der Baader Bank?

Seit dem 1. Juli 2026 ist sein bisheriger Stellvertreter Oliver Riedel Vorstandsvorsitzender.

Seit wann gehörte Nico Baader dem Vorstand der Baader Bank an?

Er wurde 2009 in den Vorstand berufen und übernahm im Juli 2015 den Vorsitz von seinem Vater.

Welche Ämter hat Nico Baader an den Börsen?

Er ist stellvertretender Vorsitzender des Börsenrats der Börse München und seit dem 22. Mai 2026 Mitglied im Aufsichtsrat der Bayerischen Börse AG. Dem seit Januar 2026 amtierenden Börsenrat der Frankfurter Wertpapierbörse gehört er nicht an.

Wie entwickelte sich die Baader Bank unter Nico Baader?

Die Bank baute Investment Banking, Research und Depotgeschäft aus und erzielte 2025 ein Ergebnis vor Steuern von 72,9 Mio. Euro. Der Abzug der Scalable-Depots Ende 2025 senkte die Depotzahl allerdings deutlich.

Quellen

  1. https://www.baaderbank.de/About-us/Management/Nico-Baader-97
  2. https://baaderbank.de/About-us/Chronicle-101
  3. https://www.boersen-zeitung.de/personen/ceo-der-baader-bank-haelt-den-ball-flach
  4. https://www.boersen-zeitung.de/personen/baader-bank-chef-uebergibt-an-stellvertreter
  5. https://www.boerse-online.de/dpa-afx/eqs-news-baader-bank-erzielt-rekordergebnis-im-geschaeftsjahr-2025-und-stellt-die-weichen-fuer-die-zukunft-deutsch-512581.html
  6. https://www.boerse-muenchen.de/fileadmin/user_upload/pdfs/260522_PM_AR_HOPFEN.pdf
  7. https://www.boersen-zeitung.de/banken-finanzen/baader-verkraftet-wegfall-des-scalable-geschaefts-besser-als-erwartet
  8. https://www.boersen-zeitung.de/banken-finanzen/finanzaufsicht-ruegt-baader-bank-26389a6e-55d6-11ed-b6a5-02c486565f4e
  9. https://www.boersen-zeitung.de/english/scalable-capital-moves-into-the-stock-exchange-business
  10. https://www.boerse-muenchen.de/fileadmin/user_upload/pdfs/251127_Boersenrat.pdf
  11. https://cashmarket.deutsche-boerse.com/cash-en/organisation-of-the-fwb/exchange-council

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