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Hedgefonds

Elliott Management im Porträt

Elliott Management zählt zu den ältesten und größten Hedgefonds der Vereinigten Staaten. Paul Singer gründete das Haus 1977, heute sitzt es in West Palm Beach in Florida. Bekannt geworden ist Elliott mit zwei Geschäftsfeldern, die öffentlich besonders sichtbar sind: dem Kauf notleidender Forderungen, auch gegen Staaten, und aktivistischen Beteiligungen an börsennotierten Unternehmen. In Deutschland ist der Fonds seit gut zwei Jahrzehnten bei Übernahmen, Umstrukturierungen und Strategiedebatten präsent.

Das Unternehmen im Überblick

Singer legte im Januar 1977 die Gesellschaft Elliott Associates mit 1,3 Mio. US-Dollar aus dem Kreis von Freunden und Familie auf, der Name geht auf seinen zweiten Vornamen zurück. Lange war New York der Sitz, 2020 verlegte das Haus seine Zentrale nach West Palm Beach. Die heutige Anlagegesellschaft heißt Elliott Investment Management L.P. und ist seit Dezember 2020 als Anlageberater bei der US-Wertpapieraufsicht SEC registriert. Verbundene Gesellschaften bestehen unter anderem in Großbritannien, Italien, Jersey und Hongkong, das Londoner Geschäft verantwortet Singers Sohn Gordon Singer.

Kontrolliert wird Elliott laut der im März 2026 bei der SEC eingereichten Broschüre zum Formular ADV von Paul Singer, die Anteile halten er und Treuhandvermögen zugunsten seiner Familie mittelbar. Singer und Jonathan Pollock führen das Haus als gemeinsame Vorstandschefs und gemeinsame Anlagechefs. Daneben nennt das Dokument 17 Partner, darunter Pollock, Gordon Singer und Jesse Cohn.

Zum 31. Dezember 2025 meldete Elliott regulatorisch verwaltete Vermögenswerte von rund 128,6 Mrd. US-Dollar. Das Nettovermögen ohne bestimmte aufgeschobene Beträge und noch nicht abgerufene Zusagen bezifferte die Firma zum selben Stichtag auf rund 84,7 Mrd. US-Dollar. Beide Werte sind nach eigenen Angaben geschätzt und ungeprüft. Geprüfte Abschlüsse veröffentlicht das Haus nicht, Ergebniszahlen dringen in der Regel nur über Presseberichte nach außen.

Geschäftsmodell und Schwerpunkte

Elliott ist ein Multi-Strategie-Fonds. Angefangen hat Singer mit Wandelanleihe-Arbitrage, nach dem Börsenkrach von 1987 und der Rezession zu Beginn der 1990er-Jahre rückten notleidende Anleihen und Forderungen in den Mittelpunkt. Heute reicht das Spektrum laut ADV-Broschüre von Aktienpositionen über Private Equity und private Kredite, notleidende und reguläre Anleihen, Arbitragegeschäfte und Immobilienwerte bis zu Rohstoffen, Devisen und Absicherungen gegen Marktschwankungen.

Das Kapital fließt über drei Fonds: Elliott Associates, L.P., Elliott International Limited und Elliott International, L.P. Ergänzend investieren drei Co-Investment-Vehikel neben den Fonds in Private Equity, private Kredite und Hypothekenforderungen auf nordamerikanische Gewerbeimmobilien. Zu den Anlegern zählen Pensionseinrichtungen, Staatsfonds, Stiftungen, Dachfonds, Versicherer und sehr vermögende Privatpersonen. Die Mindestanlage beträgt 5 Mio. US-Dollar je Fonds. Ein- und Auszahlungen in bar sind in der Regel mit einem Kapitalzuschlag von 1,75 Prozent belegt, der den Fonds zufließt.

Aktivismus ist die bekannteste Facette des Geschäfts. Elliott erwirbt dabei eine Minderheitsbeteiligung und fordert vom Management Veränderungen: Aktienrückkäufe, Verkäufe von Unternehmensteilen, Kostensenkungen, neue Aufsichtsratsmitglieder oder bessere Bedingungen bei Übernahmen. Gelegentlich übernimmt Elliott Unternehmen auch ganz, etwa 2019 die US-Buchhandelskette Barnes & Noble.

Engagements in Deutschland und Europa

In Deutschland trat Elliott bereits 2003 beim Kosmetikhersteller Wella auf und stellte sich gegen das Übernahmeangebot von Procter & Gamble, das später erhöht wurde. Die Börsen-Zeitung zählte 2019 zudem Gea, Kabel Deutschland, Stada, Thyssenkrupp und Uniper zu den Unternehmen, bei denen der Fonds aufgetreten war. Beim 3D-Druck-Spezialisten SLM Solutions ging ein beteiligungsähnliches Engagement nach Darstellung der Zeitung nicht auf.

Bei Thyssenkrupp bestätigte Elliott im Mai 2018 einen Einstieg unterhalb der Meldeschwelle von 3 Prozent und sah nach Reuters-Angaben erhebliches Potenzial für operative Verbesserungen. Beim Energiekonzern Uniper verkaufte Elliott seine Aktien im Oktober 2019 an den finnischen Großaktionär Fortum. Zusammen mit dem Paket des Investors Knight Vinke ging es um mehr als 20,5 Prozent zu 29,93 Euro je Aktie. Im April 2019 erwarb der Fonds knapp 1 Prozent an SAP.

Zwei Fälle aus dem laufenden Jahr betreffen deutsche Unternehmen direkt. Im Mai 2026 berichtete die Börsen-Zeitung unter Berufung auf das Wall Street Journal, Elliott habe eine größere Position am US-Laborausrüster Bio-Rad aufgebaut. Bio-Rad hält rund ein Drittel am Göttinger Pharma- und Laborzulieferer Sartorius, an dem Elliott der Zeitung zufolge auch direkt beteiligt ist. Anfang September 2026 meldeten Bloomberg und Reuters, Elliott habe Aktien der Deutschen Telekom erworben und lehne eine mögliche Fusion mit der US-Tochter T-Mobile US ab. Stattdessen soll der Konzern Wert für die Aktionäre auf anderem Weg heben, etwa durch höhere Aktienrückkäufe. Die Größe des Anteils war nicht bekannt.

Im übrigen Europa sicherte sich Elliott 2018 zwei Drittel der Sitze im Verwaltungsrat von Telecom Italia und übernahm im selben Jahr nach einem Kreditausfall den Fußballverein AC Mailand, den der Fonds 2022 für 1,2 Mrd. Euro an RedBird verkaufte. Im Februar 2025 stieg Elliott beim Ölkonzern BP ein, im Februar 2026 berichtete die Börsen-Zeitung unter Berufung auf die Financial Times über eine Beteiligung an der London Stock Exchange Group. Dort verlangt der Fonds Aktienrückkäufe in Milliardenhöhe und höhere Margen. Ende Februar 2026 kündigte die LSEG einen Rückkauf über 3 Mrd. Pfund an, den Elliott als ersten Schritt begrüßte, verbunden mit der Forderung nach weiteren Maßnahmen.

Regulierung und Aufsicht

In der ADV-Broschüre legt Elliott mehrere Verfahren offen. Die Sanktionskommission der französischen Finanzaufsicht AMF befand 2014, zwei Elliott-Gesellschaften hätten 2010 beim Kauf von Aktien des Autobahnbetreibers APRR nicht öffentliche Informationen genutzt, und verhängte jeweils 8 Mio. Euro Geldbuße. Die Rechtsmittel blieben bis zum Kassationshof 2019 erfolglos. In einem zweiten französischen Fall verhängte die AMF 2020 Bußgelder von 15 Mio. und 5 Mio. Euro wegen Mängeln bei Meldungen und der Vorlage von Unterlagen, die im Berufungsverfahren leicht gesenkt wurden. Der Kassationshof bestätigte die Entscheidung 2024, der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte nahm die Beschwerde im November 2025 nicht an. In Indien rügte die Wertpapieraufsicht SEBI 2020 das Verhalten von Elliott-Gesellschaften im Zusammenhang mit einem geplanten Delisting, ohne eine Geldbuße zu verhängen. Elliott bestreitet die Feststellungen in allen drei Fällen.

Kritik erntet das Haus zudem für sein Vorgehen gegen zahlungsunfähige Staaten. Nach der Staatspleite Argentiniens 2001 lehnte Elliott eine Umschuldung ab und erwirkte Urteile in den USA und Großbritannien. Im Jahr 2012 ließ die Tochter NML Capital in Ghana das argentinische Segelschulschiff Libertad festsetzen. Gegen Peru und die Republik Kongo setzte Elliott in den 1990er- und 2000er-Jahren Forderungen ebenfalls gerichtlich durch.

Marktstellung und Besonderheiten

Gemessen am verwalteten Vermögen gehört Elliott zu den großen Adressen der Branche. Ungewöhnlich ist die Kombination aus breit gestreutem Multi-Strategie-Portfolio und öffentlich geführten Kampagnen, die sich gegen Großkonzerne aller Branchen richten. In den Jahren 2024 und 2025 baute der Fonds in den USA Positionen bei Johnson Controls, Southwest Airlines und PepsiCo auf.

Für deutsche Vorstände und Aufsichtsräte ist Elliott vor allem in Übernahmesituationen ein Faktor. So widersetzte sich der Fonds 2006 gemeinsam mit anderen Hedgefonds dem Rückzug des Personaldienstleisters DIS von der Börse, den der Mehrheitsaktionär Adecco angestrebt hatte. Ein ähnliches Muster hatte sich drei Jahre zuvor bei Wella gezeigt.

Einordnung

Privatanleger haben zu den Elliott-Fonds keinen Zugang. Mit einer Mindestanlage von 5 Mio. US-Dollar und der Beschränkung auf qualifizierte Großinvestoren richten sie sich an institutionelle Anleger und sehr vermögende Personen. Bedeutsam ist das Haus für Aktionäre der betroffenen Unternehmen, denn ein Einstieg kann Kurse bewegen, Strategiewechsel anstoßen und Hauptversammlungen prägen. Für Beobachter der Hedgefonds und des Börsenhandels ist Elliott ein Beispiel dafür, wie Finanzinvestoren mit Minderheitsbeteiligungen Einfluss auf große Konzerne nehmen.

Häufige Fragen zu Elliott Management

Wo hat Elliott Management seinen Sitz?

Die Zentrale liegt seit 2020 in West Palm Beach im US-Bundesstaat Florida. Zuvor war das Haus in New York ansässig, verbundene Gesellschaften bestehen unter anderem in London und Hongkong.

Wem gehört Elliott Management?

Laut Formular ADV vom März 2026 wird Elliott von Gründer Paul Singer kontrolliert, die Anteile halten er und Treuhandvermögen zugunsten seiner Familie mittelbar. Eine Börsennotierung gibt es nicht.

Wer führt Elliott Management?

Paul Singer und Jonathan Pollock sind gemeinsame Vorstandschefs und gemeinsame Anlagechefs. Die ADV-Broschüre nennt insgesamt 17 Partner, darunter Pollock und Gordon Singer.

Wie viel Vermögen verwaltet Elliott?

Zum 31. Dezember 2025 meldete Elliott der SEC regulatorisch verwaltete Vermögenswerte von rund 128,6 Mrd. US-Dollar und ein Nettovermögen von rund 84,7 Mrd. US-Dollar, jeweils als ungeprüfte Schätzung.

Bei welchen deutschen Unternehmen war Elliott aktiv?

Belegt sind unter anderem Wella, Stada, Kabel Deutschland, Thyssenkrupp, Uniper und SAP. Im Jahr 2026 berichtete die Presse über Positionen bei Sartorius, auch über den Großaktionär Bio-Rad, und bei der Deutschen Telekom.

Können Privatanleger in Elliott-Fonds investieren?

Nein. Die Fonds stehen nur qualifizierten Großinvestoren offen und verlangen eine Mindestanlage von 5 Mio. US-Dollar je Fonds.

Quellen

  1. https://files.adviserinfo.sec.gov/IAPD/Content/Common/crd_iapd_Brochure.aspx?BRCHR_VRSN_ID=1036982
  2. https://adviserinfo.sec.gov/firm/summary/307151
  3. https://www.boersen-zeitung.de/unternehmen-branchen/wer-ist-der-nachste-nach-dem-einstieg-bei-sap
  4. https://www.boersen-zeitung.de/unternehmen-branchen/hedgefonds-elliot-steigt-bei-sartorius-grossaktionaer-bio-rad-ein
  5. https://www.boersen-zeitung.de/banken-finanzen/elliott-steigt-bei-londons-boersenbetreiber-ein
  6. https://www.boersen-zeitung.de/unternehmen-branchen/hedgefonds-elliott-steigt-beim-oelkonzern-bp-ein
  7. https://kfgo.com/2026/09/02/elliott-has-built-stake-in-deutsche-telekom-opposes-t-mobile-merger-bloomberg-news-reports/
  8. https://www.datacenterdynamics.com/en/news/elliott-management-builds-deutsche-telekom-stake-opposes-possible-t-mobile-merger-reports/
  9. https://www.business-standard.com/article/reuters/elliott-eyes-operational-improvements-after-taking-thyssenkrupp-stake-118052400394_1.html
  10. https://www.fortum.com/media/2019/10/fortum-agrees-acquire-majority-uniper-improve-stability-and-accelerate-realisation-strategy
  11. https://en.wikipedia.org/wiki/Elliott_Investment_Management
  12. https://whymedia.com/business-news/2026/02/27/elliott-praises-lseg-buyback,-urges-more-action/
  13. https://scottishfinancialreview.com/2026/02/26/lseg-plans-further-3bn-buyback-ups-dividend-15-7/

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